Donnerstag, 9. Februar 2012, 16:05 Uhr

manager magazin



06.02.2003
 

Krauss-Maffei Wegmann

Von Rumsfeld vor die Tür gesetzt

Dass Amerikaner derzeit nicht gut auf Deutschland zu sprechen sind, ist bekannt. Diese Abneigung bekommt jetzt auch der Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann zu spüren.

München – Der Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann (KMW) verliert einen wichtigen Auftrag von der US-Army. Die geplante transatlantische Zusammenarbeit bei der Entwicklung des so genannten Future Combat System kommt offenbar nicht zu Stande.

  In Ungnade gefallen:  KMW-Produkt Leopard 2
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DPA

In Ungnade gefallen: KMW-Produkt Leopard 2

Projektziel ist die Ausstattung der US-Bodenstreitkräfte mit modernster Rüstungstechnik. Anstatt wie bisher geplant das deutsche Unternehmen an der Entwicklung zu beteiligen, setzt die Army jetzt auf ein rein amerikanisches Team.

Der Auftrag wurde nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" an die KMW-Konkurrenten General Dynamics und United Defense vergeben. Die Deutschen könnten dadurch ihre führende Rolle bei der Panzerentwicklung verlieren. KMW ist bereits Generalunternehmer für den Leopard. Was bleibt, ist die Hoffnung auf Unteraufträge aus dem Future-Combat-Programm.

Über die Hintergründe der Absage wird spekuliert. Offiziell begründen die US-Verantwortlichen den Vorgang mit dem ehrgeizigen Zeitplan. Branchenkenner führen jedoch auch das derzeit angespannte Verhältnis zwischen Deutschland und den USA als Auslöser an.

Seitdem die Bundesregierung einer militärischen Intervention im Irak eine Absage erteilte, hat es die Wehrindustrie in Amerika schwerer, heißt es aus dem Bundesverband der Deutschen Industrie.

Vor allem US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat sich mittlerweile als scharfer Kritiker der Deutschen etabliert. Nachdem er die Bundesrepublik und Frankreich bereits zuvor als Teile des "alten Europas" titulierte, legte er am Donnerstag nach. Vor dem US-Kongress setzte Rumsfeld Deutschland auf Grund der Antikriegshaltung auf eine Stufe mit Kuba und Libyen.

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