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26.07.2002

Siemens

Sieben auf einen Streich

Nach sechs Monaten Anlauf verkauft der Münchener Konzern für 1,7 Milliarden Dollar Geschäftssparten an den US-Firmenhändler Kohlberg, Kravis, Roberts. Analysten nennen die Erlössumme "nicht überragend, aber okay".

München - Die Siemens AG Chart zeigen reduziert ihre Aufgabenfelder um einen gewichtigen Brocken: Für 1,69 Milliarden Euro werden sieben Gesellschaften aus dem Nicht-Kerngeschäft an den US-Finanzinvestor Kohlberg, Kravis, Roberts (KKR) verkauft.

  Trennung von sieben Sparten:  Neue Strukturen für das Siemens-Imperium

Trennung von sieben Sparten: Neue Strukturen für das Siemens-Imperium

© mm.de
Das manager magazin hatte über diese Verkaufspläne vor einer Woche exklusiv berichtet (siehe: "Ende der Salamitaktik"). Am heutigen Freitag gaben die Beteiligten nun offiziell die Details bekannt. Demnach verkauft Siemens vier aus der Übernahme der Mannesmann-Maschinenbausparte Atecs übrig gebliebene sowie drei aus dem eigenen Konzern stammende Gesellschaften an KKR.

Die Gesellschaften mit zusammen 22.800 Mitarbeitern und einem Gesamtumsatz von 3,5 Milliarden Euro würden in einer Holding zusammengefasst, an der KKR 81 Prozent und Siemens 19 Prozent halten sollen. Siemens hatte schon länger nach Käufern für diese Geschäfte gesucht. "Mit dem Kaufpreis sind wir sehr zufrieden", sagte ein Siemens-Sprecher.

Beim britischen Finanzhaus KKR sprach Manager Johannes Huth von einer "einzigartigen Gelegenheit, grundsolide Betriebe zu übernehmen". Jedes der sieben Unternehmen sei Marktführer in seinem Bereich und solle weiter ausgebaut werden.

Von Pierer: "Ein Optimierungs-Schritt"

In Medienberichten war zuvor über einen Kaufpreis von bis zu zwei Milliarden Euro spekuliert worden. Analysten bezeichneten die jetzt erzielte Summe als "nicht großartig, aber okay". Die Siemens-Aktien notierten am Vormittag mit mehr als drei Prozent im Minus bei 45,90 Euro, während der Dax gut zwei Prozent niedriger lag. Seit zwei Monaten hat das Papier damit rund ein Drittel seines Werts eingebüßt.

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Siemens hatte die Maschinenbau-Sparte von Mannesmann zusammen mit der Robert Bosch GmbH übernommen und zum Teil in die eigenen Konzernstruktur eingegliedert.

Übrig blieben der Spritzgussmaschinen-Hersteller Mannesmann Plastics Machinery (MPM), die Krangesellschaften Demag Cranes and Components und der Hafenkran-Produzenten Gottwald sowie das Gasfedergeschäft Stabilus, die nun an KKR verkauft werden. Hinzu kommen das Keramik- und Zählergeschäft aus dem Siemens-Arbeitsgebiet Energie sowie eine regionale Datennetzgesellschaft aus der Sparte ICN.

Siemens bleibt an Holding beteiligt

Nach der Vereinbarung mit KKR sollen die betreffenden Geschäftsaktivitäten unter das Dach einer neu gegründeten Holding-Gesellschaft, Demag Holding s.a.r.l mit Sitz in Luxemburg, gebracht werden. An dieser Gesellschaft wird KKR 81 Prozent der Anteile halten, Siemens 19 Prozent.

KKR übernimmt ein Geschäftspaket mit rund 3,5 Milliarden Euro Umsatz und rund 22.800 Mitarbeitern. Davon entfallen rund 2,4 Milliarden Euro und 17.000 Mitarbeiter auf so genannte "Assets held for sale" - diese Posten werden von Siemens bereits heute nicht mehr konsolidiert.

"Mit dem Verkauf dieses Gesamtpakets haben wir einen wichtigen Schritt zur weiteren Optimierung unseres Portfolios getan", erklärte Siemens-Chef Heinrich von Pierer. Er baue auf eine "weiterhin gute Partnerschaft mit KKR".

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