Donnerstag, 9. Februar 2012, 02:05 Uhr

manager magazin



20.03.2002
 

Boeing

Krieg als Konjunkturprogramm

Weil die zivilen Geschäfte schlecht laufen, soll es jetzt der "Bunker-Brecher" richten.

JDAM-Bombe kurz vor dem Einsatz
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AFP

JDAM-Bombe kurz vor dem Einsatz

Chicago - Bis zum Ende des Jahres will Boeing sein Ziel erreicht haben: Dann sollen pro Monat 2000 der JDAM-Kits (Joint Direct Attack Munition) vom Band laufen, mit denen "dumme" Bomben "klug" gemacht werden können. Derzeit würden rund 1000 der JDAM-Kits produziert, sagte der Chef der Boeing-Rüstungssparte, Jerry Daniels, in Saint Louis im US-Bundesstaat Missouri. Schon bis Ende Mai solle die Produktion auf 1500 Stück gesteigert werden.

Mit der JDAM-Hardware, eine Art Zusatz zu traditionellen Bomben, können die konventionellen Sprengkörper mit einer Satellitennavigation nachgerüstet werden. Diese ermöglicht es, mit der Bombe Ziele mit einer Genauigkeit von drei Metern zu treffen. JDAMs kamen zuletzt bei den US-Luftangriffen auf die Höhlenfestung Tora Bora in Ostafghanistan zum Einsatz und kosten pro Stück rund 20.000 Dollar.

Experten berichten, dass der Vorrat des US-Militärs an "Bunker Busters" durch den Afghanistan-Feldzug fast völlig zur Neige gegangen sei. Bei Boeing wird Presseberichten zufolge bereits jetzt 24 Stunden am Tag in drei Schichten daran gearbeitet, Nachschub herzustellen. Wenn die USA einen neuen Krieg gegen den Irak beginnen, dürften die Spezialmunition erneut in großer Stückzahl zum Einsatz kommen.

Weniger Passagiermaschinen verkauft

Unterdessen rechnet Boeing damit, dass die Auslieferung ziviler Verkehrsflugzeuge auch 2003 weiter sinkt. Im kommenden Jahr würden möglicherweise nur 275 bis 300 Flugzeuge die Boeing-Produktionshallen verlassen, sagte Unternehmenschef Phil Condit. Im laufenden Jahr würden voraussichtlich die angepeilten 380 Maschinen geliefert.

Seit dem 11. September könnten es sich viele Fluggesellschaften nicht mehr ohne weiteres leisten, neue Flugzeuge zu kaufen. Außerdem sei nicht ausgeschlossen, dass einige Airlines dem Wettbewerb nicht mehr Stand halten könnten und möglicherweise pleite gingen, sagte Condit, ohne Namen zu nennen.

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