Von Arne Stuhr
Hamburg - Das neue Angebot hat ein Bieterkreis bereits Ende vergangener Woche vorgelegt. Nach Informationen von manager-magazin.de gehören dem Konsortium der Baukonzern Bilfinger Berger
, die Familie Lenz und der amerikanische Finanzinvestor D.B. Zwirn an.
Dabei sind Bilfinger Berger und die Familie Lenz bereit, für die Walter-Bau-Tochtergesellschaften Walter-Heilit Verkehrswegebau, die österreichische Dyckerhoff & Widmann Ges.m.b.H., Dywidag International sowie für einen von Walter Bau gehaltenen nicht an Gläubiger verpfändeten 4,9-Prozent-Anteil am Stuttgarter Baukonzern Ed. Züblin AG insgesamt deutlich über 100 Millionen Euro zu bezahlen.
Zusätzlich bieten die Familie Lenz - mit rund 43 Prozent bereits Großaktionär bei Züblin - und US-Investor D.B. Zwirn mehr als 60 Millionen Euro für ein 48,7-Prozent-Paket der Walter Bau AG an Züblin. Dieses Paket ist als Kreditsicherheit an die Bayerische Landesbank verpfändet. Insgesamt wird der Wert dieses neuen Angebotpakets damit auf gut 165 Millionen Euro taxiert.
Strabag-Offerte um 30 Millionen Euro übertroffen
Das von Strabag-Eigner Haselsteiner vorgelegte Angebot für die Reste von Walter Bau sowie den belasteten und den freien Züblin-Anteil liegt deutlich niedriger. Nach Informationen von manager-magazin.de summieren sich die Einzelofferten auf gerade mal 135 Millionen Euro - also rund 30 Millionen Euro weniger als bei dem seit Tagen auf dem Tisch liegenden Konkurrenzangebot.
Dennoch hat der vom Amtsgericht Augsburg bestellte vorläufige Insolvenzverwalter Schneider Anfang der Woche erklärt, er befürworte die Strabag-Lösung. Alle ihm vorliegenden anderen Gebote wären "durchweg schlechter" als die Haselstein-Offerte gewesen. Bei einer Insolvenz dieser Größe sei es "zwingend notwendig gewesen, sich relativ schnell für einen Kandidaten zu entscheiden", sagte Schneider.
Insider vermuten, dass Schneider sich aber viel zu früh und ohne Not auf Strabag-Chef Haselsteiner festgelegt habe (siehe: manager-magazin.de vom 21. März). So hatte zum Beispiel Hans-Peter Keitel, Chef von Branchenführer Hochtief
, am Mittwoch moniert, dass keine "offene Debatte" um Walter Bau geführt worden sei.
Das neue Konkurrenzangebot bringt Insolvenzverwalter Schneider nun in die Bredouille. Die Gläubigerbanken der insolventen Walter Bau AG - darunter neben der Bayerischen Landesbank auch Branchenprimus Deutsche Bank
, die HypoVereinsbank
und die Bankgesellschaft Berlin - dürften es sich wohl kaum leisten können, auf 30 Millionen Euro zu verzichten.
Spätestens am 6. April schlägt für Schneider die Stunde der Wahrheit. Dann trifft sich der Gläubigerausschuss, um endgültig über die Zukunft der Reste von Walter Bau zu entscheiden.
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