Düsseldorf - "Wir könnten uns eine solche Lösung in Deutschland vorstellen", sagte der Zentralbereichsleiter Bargeld bei der Notenbank, Wolfgang Söffner, dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe). Die kleinen Münzen seien in der Herstellung wegen ihres Stahlkerns teurer als ihr Nennwert, nachdem der Stahlpreis deutlich gestiegen ist. Söffner zufolge sind sie zudem volkswirtschaftlich teuer, da hohe Transport- und Bearbeitungskosten anfallen.
Niederlande und Finnland als Vorbild
Als Vorbild könnte die Regelung in den Niederlanden dienen, die zum 1. September in Kraft tritt. Dabei werden nicht die Einzelpreise, sondern nur die Endpreise gerundet. Eine Summe von 9,93 würde auf 9,95 Euro aufgerundet, statt 9,92 Euro müsste der Kunde an der Kasse dagegen nur 9,90 Euro zahlen.
Auch in Belgien prüft derzeit eine Arbeitsgruppe unter Notenbankgouverneur Guy Quaden, ob die Verwendung von Kleingeld wirtschaftlich ist. In Finnland gibt es bereits seit Mitte 2002 ein Rundungsgesetz, das auch für Kartenzahlungen gilt.
Einzelhandel will keine neue Teuro-Debatte
Der deutsche Einzelhandel wehrt sich allerdings vehement gegen eine solche Initiative. "Das nach der Teuro-Hysterie gerade erst wiedergewonnene Kundenvertrauen darf nicht schon wieder in Mitleidenschaft gezogen werden", sagte der Geschäftsführer des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), Robert Weitz. Die Verbraucher würden Aufrundungen viel stärker registrieren als Abrundungen.
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