Donnerstag, 9. Februar 2012, 13:20 Uhr

manager magazin



24.08.2004
 

Kleingeld

Jetzt wird auf- und abgerundet

Die Bundesbank hält viel davon, eine Summe von 1,98 Euro an der Kasse auf zwei Euro aufzurunden und dafür 1,92 auf 1,90 Euro abzurunden. Auf diese Weise würden Ein- und Zwei-Cent-Münzen überflüssig. Der Einzelhandel befürchtet eine neue Teuro-Debatte und wehrt sich vehement gegen den Vorschlag.

Düsseldorf - "Wir könnten uns eine solche Lösung in Deutschland vorstellen", sagte der Zentralbereichsleiter Bargeld bei der Notenbank, Wolfgang Söffner, dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe). Die kleinen Münzen seien in der Herstellung wegen ihres Stahlkerns teurer als ihr Nennwert, nachdem der Stahlpreis deutlich gestiegen ist. Söffner zufolge sind sie zudem volkswirtschaftlich teuer, da hohe Transport- und Bearbeitungskosten anfallen.

Niederlande und Finnland als Vorbild

  Einige Münzen will die Bundesbank sich sparen:   Die Ein-Cent-Münze ist auf Grund der gestiegenen Stahlpreise derzeit teurer als ihr Nennwert. Gleiches gilt für die Zwei-Cent-Münze
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AP

Einige Münzen will die Bundesbank sich sparen: Die Ein-Cent-Münze ist auf Grund der gestiegenen Stahlpreise derzeit teurer als ihr Nennwert. Gleiches gilt für die Zwei-Cent-Münze

Als Vorbild könnte die Regelung in den Niederlanden dienen, die zum 1. September in Kraft tritt. Dabei werden nicht die Einzelpreise, sondern nur die Endpreise gerundet. Eine Summe von 9,93 würde auf 9,95 Euro aufgerundet, statt 9,92 Euro müsste der Kunde an der Kasse dagegen nur 9,90 Euro zahlen.

Auch in Belgien prüft derzeit eine Arbeitsgruppe unter Notenbankgouverneur Guy Quaden, ob die Verwendung von Kleingeld wirtschaftlich ist. In Finnland gibt es bereits seit Mitte 2002 ein Rundungsgesetz, das auch für Kartenzahlungen gilt.

Einzelhandel will keine neue Teuro-Debatte

Der deutsche Einzelhandel wehrt sich allerdings vehement gegen eine solche Initiative. "Das nach der Teuro-Hysterie gerade erst wiedergewonnene Kundenvertrauen darf nicht schon wieder in Mitleidenschaft gezogen werden", sagte der Geschäftsführer des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), Robert Weitz. Die Verbraucher würden Aufrundungen viel stärker registrieren als Abrundungen.

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