Rom - Der Geschäftsführer der angeschlagenen italienischen Fluglinie Alitalia, Francesco Mengozzi, will italienischen Presseberichten zufolge am Donnerstag bei einer Aufsichtsratssitzung von seinem Amt zurücktreten. Er werde damit die Konsequenz aus der hartnäckigen Weigerung der Gewerkschaften ziehen, über seinen Sanierungsplan zu verhandeln, der den Abbau von insgesamt 2700 Arbeitsplätzen vorsieht.
Als Nachfolger sei Maurizio Basile im Gespräch, der als Sonderbeauftragter der Regierung die Fluglinie verwalten soll, berichtet die Zeitung "La Repubblica". Er hatte im Vorjahr bereits die Privatisierung der staatlichen Tabakgesellschaft ETI geleitet.
Bereits in der vergangenen Woche hatte die italienische Regierung unter Ministerpräsident Silvio Berlusconi die Führungsspitze der Gesellschaft zum Rücktritt aufgefordert. Mehrere Minister hatten erst kürzlich vor einem drohenden Konkurs der noch mehrheitlich in Staatsbesitz befindlichen Alitalia gewarnt. Die Verluste für das Geschäftsjahr 2003 werden auf mindestens 450 Millionen Euro geschätzt.
Regierung verhandelt - bisher vergebens
Die Situation der Airline hatte sich zugespitzt, nachdem es noch immer zu keiner Einigung über den im vergangenen Oktober von Mengozzi vorgelegten Sanierungsplan gekommen ist. Seit Wochen versucht die Regierung, mit den Gewerkschaften über die geplante Auslagerung von 1500 Arbeitsplätzen und die Streichung von 1200 weiteren Posten zu verhandeln.
Dies sei eine notwendige Maßnahme, um die vor der Privatisierung stehende Alitalia vor dem Konkurs zu retten. Die Arbeitnehmer-Organisationen stellen sich jedoch bisher taub und protestieren mit Streiks und Demonstrationen gegen den Plan.
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