02.09.2001
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Unkontrollierte Kontrolleure
"Der Aufsichtsrat ist für die Katz"

Deutsche Aufsichtsräte gelten als verschlafen und sachfremd. Bei der Bezahlung haben die Aufseher aber aufgeholt. manager-magazin.de sagt, wer sich die teuersten Räte leistet - und ob diese verdienen, was sie bekommen.

[M] DPA; mm.de

Hamburg - Die Qualität des typisch deutschen Aufsichtsrats ist schlichtweg mangelhaft. Das Kontrollgremium gilt bis heute als eine Ansammlung verschlafener und sachfremder Manager, die lieber von einem edlen Seezungenessen mit anschließender Golfpartie träumen, als den ihnen gesetzlich auferlegten Überwachungs- und Lenkungsaufgaben hartnäckig und intensiv nachzukommen.

Man kennt sich, ist nett zueinander und fuhrwerkt den Vorständen nicht zu sehr ins Geschäft.

Das Prinzip des Wegschauens hat in Deutschland offensichtlich Tradition. "Die Hundehütte ist für den Hund, der Aufsichtsrat ist für die Katz", scherzt bereits in den sechziger Jahren Hermann Josef Abs. Der legendäre Sprecher, dann Aufsichtsratschef der Deutschen Bank sammelte selbst so viele Kontrolleursposten in führenden deutschen Industriekonzernen, dass sein Einfluß schließlich auch die Politiker skeptisch stimmte.

Zur Ämteranhäufung und zur Kultur des Wegschauens kommt die oft lähmende Größe der hiesigen Aufsichtsräte. In Konzernen mit mehr als 20.000 Mitarbeitern sind mindestens 20 Aufseher Pflicht - ein Unding, sagt Hilmar Kopper, Chefaufpasser von Deutscher Bank und DaimlerChrysler.

Kopper hat trotz seiner exponierten Stellung in der Wirtschaft kritische Distanz gewahrt. Der hierzulande wohl bekannteste Aufsichtsrat ist ein Mann des offenen Wortes, der aus seiner Meinung selten einen Hehl macht und Missstände klar benennt. Genau diese Eigenschaft vermisst er bei vielen seiner gestandenen Berufskollegen.

Und die Praxis gibt ihm Recht. In einer gemeinsamen Studie der Fondsgesellschaft DWS und der belgischen Experten Déminor zur Corporate Governance der 50 Euro-Stoxx-Konzerne erreicht die Deutsche Bank als einziges deutsches Unternehmen einen Spitzenplatz.

manager-magazin.de hat nachgehakt und stellt die Aufsichtsräte der wichtigsten deutschen Unternehmen vor, sagt wer sich die teuersten Aufseher leistet - und ob diese verdienen, was sie bekommen.

Bei der Beurteilung, wo geschlampt, wo geschlafen und wo gehandelt wird, gab Christian Strenger wertvolle Hinweise. Strenger, bis Mitte 1999 langjähriger Chef der Frankfurter Fondsgesellschaft DWS, ist bekannt dafür, vehement für Corporate Governance - die wertorientierte Führung und Kontrolle von Unternehmen und Konzernen - einzutreten.

Katy Hillmann/Andreas Nölting


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