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24.02.2012
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Die Wirtschaftsglosse

Der Iran und die deutschen Würstchen

Von Maren Hoffmann

Nur echt mit Schafsdarm: Im Iran-Konflikt geht es jetzt um die Wurst
DPA

Nur echt mit Schafsdarm: Im Iran-Konflikt geht es jetzt um die Wurst

Hetze gegen den Westen? Militärische Drohungen? Atombomben? In Wahrheit geht der Iran-Konflikt viel, viel tiefer. Mit seiner rigorosen Schafsdärme-Preispolitik gefährdet das Regime am Ende des Tages die deutsche Grillsaison und stürzt den FC Bayern noch tiefer in die Krise.

Hamburg/Nürnberg/München/Basel/Teheran - Am Ende sind es immer die wenigen Aufrechten, die die brisante Wahrheit ans Tageslicht bringen. Leute wie der Nürnberger Metzgermeister Claus Steiner, der ausspricht, was selbst der Schutzverband Nürnberger Bratwürste derzeit noch nicht kommentieren will.

Maren Hoffmann
manager-magazin.de

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Was ist passiert? Dreimal so teuer wie vor 18 Monaten seien die Schafsdärme geworden, die er für seine Würste brauche, klagt Steiner. 17,20 Euro muss er für 90 Meter zahlen. Im vorvergangenen Sommer waren es noch freundliche 6,30 Euro. Das läge vor allem an den schlechteren Handelsbedingungen mit dem Iran. Die Folge: Die Verbraucher müssen sich jetzt schon mal darauf einstellen, dass die Nürnberger Rostbratwürstchen spürbar teurer werden.

Nach dem europäischen Ölboykott schießt der Iran zurück. Jetzt geht es um die Wurst. Wenn ihr unser Öl nicht wollt, bitteschön - aber dann bekommt ihr auch unsere Schafsdärme nicht mehr. Das iranische Regime weiß genau, wo man uns wirklich empfindlich treffen kann. Denn Grillen ist uns heilig. Und Fußball natürlich auch. Fußball? Genau.

Die Wirtschaftsglosse im manager magazin

Jeden Freitag gegen 15 Uhr eröffnen Autoren aus der Print- und Onlineredaktion von manager magazin einen anderen Blickwinkel auf das Wirtschaftsgeschehen: Weniger kursrelevant, aber am Ende des Tages umso unterhaltsamer.
Denn wem schadet eine rigide Schafsdarmpreispolitik am meisten? Den Wurstherstellern, richtig. Wer ist Deutschlands prominentester Wursthersteller? Und dick im Geschäft mit, richtig, Nürnberger Rostbratwürstchen? Genau: Uli Hoeneß. Was macht der Mann sonst so? Genau: Präsident beim Fußballverein Bayern München, der jüngst gegen den FC Basel eine peinliche 0:1-Schlappe einstecken musste.

Die könnte erst der Anfang sein. Von den Schweizern angezählt, von allen guten Därmen verlassen, aufgebrachte Fans im Stadion, die sich keine Bratwurst mehr leisten können - man mag gar nicht zu Ende denken, wohin das alles noch führen kann. Deshalb hören wir an dieser Stelle auch lieber auf.

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