Von Maren Hoffmann
Es war kein Geringerer als Helmuth Karl Bernhard von Moltke, der 1836 den Döner salonfähig machte: Der "Kiebab" sei "ein sehr gutes, schmackhaftes Gericht", befand der preußische Generalfeldmarschall, der als "der große Schweiger" in die Geschichte einging. Nun ist es auch schwierig, viel zu sagen, wenn man den Mund voll Döner hat, zumal als Preuße. Aber der Siegeszug des Döner war trotzdem nicht aufzuhalten.
Maren Hoffmann
Das allerdings könnte sich bald ändern. Beim ersten groß angelegten Branchentreff, der Kontaktmesse Döner-Gastronomie (DÖGA) in Berlin, soll an diesem Wochenende der A-DR-V1003 vorgestellt werden. Der Döner-Roboter der türkischen Firma Alkadur nimmt dem Döner-Mann die Arbeit des Döner-Schneidens ab. Und nicht nur das: "Ganz alleine grillt unser Gerät einen perfekten Döner, schneidet ihn gleichmäßig und perfekt in gewünschter Größe, ohne aufs Fleisch zu niesen oder zu husten oder Barthaare zu verlieren", warb Alkadur-Verkaufsleiter Korkmaz Altun in einem Zeitungsinterview.
Das sind klare Vorteile im Wettbewerb, und wenn es am Drehspieß nicht so heiß wäre, müssten bärtige Dönermänner mit Atemwegsproblemen sich jetzt wirklich warm anziehen. Laut Eigenwerbung richtet sich die DÖGA an "Entscheider in der Döner-Industrie", also letztlich an uns alle - denn wer von uns steht nicht regelmäßig vor der Wahl, nach Hause zu gehen und etwas Vernünftiges zu essen oder doch noch schnell bei Erkan vorbeizuschauen?
Wenn wir als Deutsche unseren prozentualen Anteil an der stetig steigenden Weltbevölkerung halten wollen, gibt es zum Döner keine Alternative. Angesichts der Geburtenrate ist klar: Wir werden nicht mehr. Aber wir können immer noch zunehmen. Darauf einen Döner. Bitte mit alles.
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