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17.11.2009

Feierabendglosse

Zeit für den kleinen Mann

Von Maren Hoffmann

Mal schnell mit dem Firmenjet Brötchen holen fliegen - die Zeiten sind vorbei. Wird jetzt sogar die Lufthansa zum Billigflieger? Erste Zeichen deuten darauf hin. Am Ende des Tages zählt allerdings nur eines: Wahre Größe, auch im Kleinen.

In der Krise müssen wir alle näher zusammenrücken. Die Lufthansa fängt schon mal an: Im Europaverkehr wird der Abstand zwischen den Sitzen verringert - so können mehr Leute in einem Flugzeug unterkommen. Vielleicht sollte die Lufthansa in diesem Zusammenhang gleich noch mal ihre Bestellung bei Airbus überarbeiten. 15 Riesenflieger des Typs A380 hat sie in Auftrag gegeben, die ersten fünf sollen im kommenden Jahr ausgeliefert werden - mit einer Durchschnittsbestuhlung von rund 550 Plätzen. Ganz klar das falsche Signal. Da geht noch mehr.

Maren Hoffmann

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Die französische Air Austral zeigt, wie: Sie hat jetzt als erste Fluggesellschaft zwei A380 in der Version für 840 Passagiere gekauft. Wahrscheinlich kannten die verantwortlichen Manager die Studie der Staatsuniversität Ohio, die vor einigen Jahren mehrere Tausend Skelettfunde nordeuropäischer Menschen aus dem 9. bis zum 19. Jahrhundert untersuchte. Im frühen Mittelalter war das Klima mild, die Versorgungslage prima, und die Leute wurden im Durchschnitt mehr als 173 Zentimeter groß. Goldene Zeiten, große Menschen.

Seit dem 12. Jahrhundert wurden die Leute dann nachweisbar immer kleiner. "Funde in Frankreich", ist bei Wikipedia zu lesen, "lassen sogar auf 161 Zentimeter bei den Männern schließen." Schlechte Zeiten, mieses Wetter, kleine Kerle. Diese Steilvorlage für gehässige Kommentare zum politischen Führungspersonal der Grande Nation überlassen wir großzügig den Kollegen aus den Politikressorts. Wir stellen nur nüchtern fest: In der Krise wird der Mensch kleiner. Schrumpft die Wirtschaft, schrumpft auch der Mensch.

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Jeden Werktag gegen 15 Uhr eröffnen reihum 14 Autoren aus der Print- und Onlineredaktion von manager magazin einen anderen Blickwinkel auf das Wirtschaftsgeschehen: Weniger kursrelevant, aber am Ende des Tages umso unterhaltsamer.
Am Ende des Tages kann man in die neuen großen Lufthansa-Maschinen vielleicht sogar noch ein weiteres Zwischendeck einziehen und nicht nur den Sitzabstand zu Vor- und Hintermann, sondern auch den nach oben und unten verringern - dann wird es auch in der Business Class erst richtig lauschig.

In allerletzter Konsequenz können kriselnde Unternehmen vielleicht nicht nur bei den Gehältern kürzen, sondern auch bei den Managern selbst. Denn kleine Männer kosten weniger, vor allem im Unterhalt. Im Schlussverkauf gibt es immer sehr schöne hochwertige Herrenhemden und Anzüge - allerdings nur in Größe S. Der Mann der Zukunft, es ist der kleine Mann.

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Am Ende des Tages


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Geza Frei, Autorin für manager magazin, sammelte erste Eindrücke im Reich der Ökonomie an der Hand des Vaters: Auf dem Rossmarkt einer Kleinstadt der oberschwäbischen Barockstraße. Stutenbiss und Hengsttritte faszinieren sie heute noch.

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Maren Hoffmann hat nach ihrem Studium der Philosophie und der Germanistik als freie Journalistin und landespolitische Redakteurin gearbeitet. Im Ressort Lifestyle bei manager-magazin.de hat sie seit 2007 ein erfreulich hedonistisches Aufgabenfeld gefunden.

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Arvid Kaiser ist Diplom-Volkswirt und seit 2007 Redakteur von manager-magazin.de. In den meisten seiner Artikel geht es um die Finanz- und Wirtschaftskrise. Er ist überrascht, dass er bei dem Thema nicht längst selbst die Krise gekriegt hat.

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Matthias Kaufmann ist seit 2003 Redakteur bei manager-magazin.de. Als Politologe findet er, dass man Wirtschaftspolitik auf keinen Fall Politikern überlassen darf. Oder jemandem, der Quartalsberichte schreibt. Oder Wirtschaftsredakteuren.

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Kai Lange ist seit neun Jahren Redakteur bei manager-magazin.de. Seit Geburt seiner Kinder ist er überzeugt, dass Ernsthaftigkeit und Wahrheit nicht viel miteinander zu tun haben.

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Astrid Maier war Chinawissenschaftlerin (mit Diplom), bevor sie anfing, sich hauptberuflich mit Deutscher Telekom, SAP und artverwandten Unternehmen zu beschäftigen (mit Bezahlung). Ihr Motto in dieser Rubrik: Genosse, zur Glosse!

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Eva Müller ist Redakteurin beim manager magazin. Die Pfälzerin arbeitet seit mehr als 30 Jahren journalistisch, weil sie ihre große Nase am liebsten in Dinge steckt, die sie nichts angehen.

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Lutz Reiche ist seit dem Jahr 2000 Onlineredakteur bei manager-magazin.de. Seit er mit dem Rauchen aufgehört hat, verspürt er einen zwanghaften Drang Glossen zu schreiben.

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Christian Rickens, Jahrgang 1971, Wirtschaftswissenschaftler, mm-Redakteur, Buchautor. In seinem Grundschulzeugnis stand: "Bei der Abfassung schriftlicher Arbeiten könnte Christian sorgfältiger sein". Seitdem müht er sich um Besserung.

Christoph Rottwilm ist Diplom-Ökonom, seit zehn Jahren Wirtschaftsjournalist und seit 2007 bei manager-magazin.de. Ernsthaft, sagt er, schreibt er eigentlich nur über Kapitalanlagethemen und Immobilien. "Aber, bitte, was ist schon ernsthaft?"

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Nils-Viktor Sorge, seit 2008 Unternehmensredakteur bei manager-magazin.de. Lernte in seiner Ausbildung, dass Journalisten lieber die Finger von Ironie lassen. Hält Glossen deshalb für Teufelszeug. Will seine These nun beweisen.

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Dietmar Student, 50 Jahre, Volkswirt, seit 1998 Print-Redakteur bei manager magazin, klugscheißt über Dit und Dat. Experte für Leitungstrilogie (Strom, Gas, Wasser) und Corporate-Governance-Stuss. Lieblingsthema: Strategiefallen. Große Schwäche: nimmt Unternehmensberater ernst.

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Anja Tiedge arbeitet seit 2006 bei manager-magazin.de. Dass ihre Kurzvita zur Onlineglosse noch immer keine Pointe hat, stimmt sie nachdenklich.

Klaus Werle arbeitet seit 2004 als Redakteur für das „manager magazin“ und beschreibt in einer Kolumne die Absurditäten des Führungskräfte-Alltags. Der studierte Historiker ist Absolvent der Henri-Nannen-Journalistenschule und Buchautor ("Deutschland-Puzzle", "Kein Kommentar!").

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