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Heft 4/2014

Kunstkompass 2014
Kunst ist Kapital. Lesen Sie mehr im Private-Banking-Spezial ab Seite 111.


Der große Kunstkompass

  • Funktionsweise
    Der Kunstkompass der 100 Großen basiert auf der Überlegung, dass die Qualität einzelner Kunstwerke nicht messbar ist. Wohl aber messbar und international vergleichbar ist die Resonanz, die Künstler in der Fachwelt auslösen.

    Der Kompass misst seit 1970 das Renommee zeitgenössischer Künstler und ist das Resultat einer systematischen Auswertung von Ausstellungen, Auszeichnungen und Rezensionen weltweit. Umsatzerfolge und Auktionsrekorde spielen dabei keine Rolle.
  • Gewichtung
    Mit Ruhmespunkten gewichtet werden:

    - Einzelausstellungen in über 250 international bedeutenden Museen (z.B. Tate Modern in London)
    - Teilnahme an rund 150 wichtigen Gruppenausstellungen (z.B. Documenta in Kassel)
    - Rezensionen in Kunstmagazinen (z.B. "Flash Art")
    - Ankäufe führender Ausstellungshäuser
    - Auszeichnungen (z.B. Goslarer Kaiserring)

    Die einzelnen Ruhmestatbestände werden addiert zu den bisher gesammelten Punkten addiert.
  • Punktzuwächse
    Einige der beteiligten Künstler sammeln schon seit Beginn des Kunstkompasses, also seit mehr als 40 Jahren, Punkte an. Diese Akkumulation der Punkte ergibt durchaus Probleme: So wird es immer schwieriger, aktuelle Erfolge im Vergleich zu historischen angemessen zu würdigen. Der Kunstkompass versucht dies traditionell durch zusätzliche Rankings, beispielsweise von Newcomern, zu erreichen. Das Kernstück des Kompass jedoch, die zentrale Liste der 100 berühmtesten zeitgenössischen Künstler, enthält immer auch den Faktor der "historischen" Punktesammlung, in der es für Neuzugänge immer schwieriger wird, Fuß zu fassen.
  • Jahresfaktor
    Um aktuelle Ausstellungen und Literaturnennungen stärker zu gewichten, werden inzwischen die Punkte für die letzten 5 Jahre jeweils mit einem Jahresfaktor multipliziert:

    Aktuelles Kompassjahr: 1,5
    Vor 1 Jahr: 1,4
    Vor 2 Jahren: 1,3
    Vor 3 Jahren: 1,4
    Vor 4 Jahren: 1,1
    Davor: 1,0

    In den Zuwachs fließen dann sowohl die gewonnenen Punkte aus dem aktuellen Jahr ein, als auch die Änderungen, die sich ergeben, weil die Punkte aus dem letzten Jahr schwächer gewichtet werden. Bei extremen Situationen (jemand hat ein sehr erfolgreiches Jahr gefolgt von einer Phase sehr weniger Ausstellungen) kann das dazu führen, daß die ausgewiesenen Zuwächse vergleichsweise gering sind. Jemand, der im letzten Jahr ohne Gewichtung 15.000 Punkte erzielt hätte, diesmal aber nur 1000, hätte bei alleiniger Betrachtung dieser beiden Jahre einen Zuwachs von 0 ((15.000*1,4-15.000*1,5) + 1000*1,5).

    Wer durchgehend Erfolg hat, profitiert von diesem System langfristig. Wer starke Schwankungen zu verzeichnen hat, profitiert kurzfristig davon, macht aber dann auch wieder Platz für neue aktuelle Erfolgsgeschichten.





 

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