Montag, 20. November 2017

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Insolvenz, Neustart, Sanierung
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Insolvenz, Neustart, Sanierung

Nach Insolvenz und Neustart ringt der Karstadt-Konzern noch immer um ein nachhaltiges Geschäftsmodell. Die größten Baustellen des Warenhauses und was das für die Beschäftigten bedeutet, finden Sie hier.

Weitere Artikel

Chronik der Karstadt-Pleite
1. September 2009
Für die wichtigsten Arcandor-Gesellschaften - darunter die Karstadt Warenhaus GmbH - wird das Insolvenzverfahren eröffnet.
10. November
Gläubiger geben Grünes Licht für den Verkauf von Karstadt an einen Investor. Dennoch stehen harte Einschnitte bevor.
1. Dezember
Zehn Karstadt-Standorte mit teils mehreren Häusern sollen nach Angaben der Insolvenzverwaltung geschlossen werden. Etwa 1200 Mitarbeiter sind betroffen.
15. März 2010
Beim Essener Amtsgericht wird ein Insolvenzplan vorgelegt. Am 12. April stimmen die Gläubiger dem Plan zu.
23. April
Als erster Interessent legt der Finanzinvestor Triton ein Angebot für Karstadt vor.
21. Mai
Es wird bekannt, dass die vom Privatinvestor Nicolas Berggruen gesteuerte Investmentgesellschaft Berggruen Holdings sämtliche Karstadt-Geschäftsaktivitäten übernehmen will.
28. Mai
Unmittelbar vor einer Sitzung des Gläubigerausschusses wird das Angebot des Karstadt-Vermieters Highstreet bekannt. Nach der Präsentation der drei Rettungskonzepte vertagt der Ausschuss die Entscheidung über einen Zuschlag auf den 7. Juni.
31. Mai
Das Gericht verschiebt den Termin zur Annahme des Insolvenzplans auf den 10. Juni. Er wird noch mehrmals verschoben.
1. Juni
Von bundesweit 94 Kommunen haben bis auf drei alle einem Verzicht auf Gewerbesteuer zugestimmt. Die im Insolvenzplan geforderte Zustimmungsquote von 98 Prozent gilt damit als sicher.
3. Juni
Der Handelskonzern Metro bekräftigt sein Interesse an Teilen der insolventen Warenhauskette.
7. Juni
Berggruen erhält vom Gläubigerausschuss den Zuschlag für die Warenhauskette. Einen Tag später unterschreibt er den Kaufvertrag unter Vorbehalt. Berggruen fordert von Highstreet, dem etwa zwei Drittel der Karstadt-Immobilien gehören, deutliche Mietsenkungen.
14. Juni
Eine erste Verhandlungsrunde in London um die künftigen Mieten endet ohne Ergebnis. Am 20. Juni lehnt Berggruen ein neues Angebot von Highstreet über Mietsenkungen von mehr als 400 Millionen Euro als nicht ausreichend ab.
1. August
Ein Angebot des italienischen Warenhausbetreibers Maurizio Borletti wird bekannt. Zusammen mit dem US-Investor Gordon Brothers will Borletti Karstadt für 100 Millionen Euro übernehmen. Der Insolvenzverwalter verweist auf den Vertrag mit Berggruen.
10. August
Weil es noch immer keine Einigung über die von Berggruen geforderten Mietsenkungen gibt, vertagt das Essener Amtsgericht seine Entscheidung zur Annahme des Insolvenzplans auf den 3. September.
26. August
Berggruen hat sich mit der Essener Valovis-Bank geeinigt. Die Bank hatte Highstreet ein Darlehen über 850 Millionen Euro gewährt und dafür im Gegenzug 53 Waren-, Sport- und Parkhäuser als Sicherheit erhalten. Man habe sich unter anderem darauf verständigt, dass Berggruen dieses Darlehen bis 2014 ablösen könne, heißt es.
27. August
Die Deutsche Bank signalisiert Unterstützung für Berggruen. Sie gehört zu den großen Partnern hinter Highstreet.
31. August
Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg weist das Angebot von Borletti als substanzlos zurück.
2. September
Die Anleihegläubiger von Highstreet billigen den neuen Mietvertrag mit Berggruen.
15. Februar 2011
Sanierer Thomas Fox nimmt Abschied als Karstadt-Chef. Sein Nachfolger wird Andrew Jennings.
11. April
Rewe-Chef Alain Caparros legt sein Mandat als Aufsichtsratschef von Karstadt nieder. Er wirft Berggruen vor, die Teilung in Sporthäuser, Premiumkaufhäuser und den großen Rest schwäche das Kerngeschäft. Sein Nachfolger wird Jared Bluestein.
8. Juli
Karstadt-Chef Andrew Jennings stellt sein Zukunftskonzept "Karstadt 2015" vor. Alle 115 Kaufhäuser sollen erhalten und nach und nach modernisiert werden.
18. August
Mit Kai-Uwe Weitz kommt ein weiterer Ex-Metro-Manager zu Karstadt. Er übernimmt bei dem Warenhauskonzern das Personal-Ressort.
2. November
Karstadt Eigner Nicolas Berggruen träumt den Traum der großen Deutschen Warenhaus AG und legt Metro ein Angebot für Kaufhof vor.
17. Januar
Aus für die Karstadt-Kaufhof-Pläne: Metro bricht die Verkaufsverhandlungen für seine Warenhaustochter Kaufhof ab. Die Gebote entsprechen nicht den Vorstellungen des Handelskonzerns.
4. April 2012
Weiteres Nachspiel der Arcandor Pleite: Nun ermitteln Staatsanwälte wegen Insolvenzverschleppung gegen die frühere Führung.
29. Februar
Die Sanierung hinterlässt Spuren: Karstadt verkündet das Aus für sein Multimediageschäft. Auch das Sortiment im Modebereich wird ausgedünnt
17. Juli
Ende August läuft der Sanierungstarifvertrag bei Karstadt aus. Die Rückkehr zum Flächentarifvertrag wird für Eigentümer Berggruen teuer, die Beschäftigten bekommen mehr Geld. Einer der Gründe, weshalb der Investor nun bis Ende 2014 rund 2000 der 25.000 Arbeitsplätze abbauen will.
3. September
Spartrick: Karstadt will sich von weiteren 1400 Gastronomie-Beschäftigte trennen - um sie gleich wieder zu schlechteren Bedingungen einzustellen. Der Konzern erhofft sich durch die neue Struktur Einsparungen in Höhe von etwa 2,7 Millionen Euro.