Mittwoch, 29. März 2017
Idee, Wettbewerb, Gründung
Corbis

Idee, Wettbewerb, Gründung

manager magazin und das Business-Netzwerk Xing haben die Start-up-Pioniere 2012 gesucht. Lesen Sie hier alles über die Finalisten und die Sieger.


Die 10 Finalisten im Überblick
Alle Geschäftsideen der Teilnehmer
In dieser Liste haben wir alle Ideen aufgeführt:
Ein Riesen-Touchscreen für viele Hände
Gegen die riesigen Touchscreen-Monitore von Matthias Woggon und Johannes Ryks sieht das iPad aus wie ein Kinderspielzeug. Die Displays der Firma Eyefactive sind so lang wie eine Schultafel. Man kann sie in Museen und auf Messeständen an Wände hängen, damit Besucher per Fingerzeig in Videos und Fotos blättern können. In Konferenzräumen dienen sie als Multimedia-Tisch, an dem mehrere Mitarbeiter gleichzeitig Tabellen und Grafiken bearbeiten. Anwendungen simultan nutzen und gemeinsam per "Multitouch" bedienen: Die Software dafür schreiben die beiden selbst. "Wir arbeiten an einem App-Store, in dem Firmen Programme für unsere Geräte kaufen können", sagt Woggon.
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Ein elektrisches Ein-Personen-Auto
Innovative Mobility
Mit einem extrem sparsamen Ein-Personen-Auto will die Innovative Mobility Automobile GmbH aus Jena Berufspendler und Hol- und Bringdienste für sich gewinnen. Ein einziger Sitz, ein Elektromotor und eine sehr stabile Leichtbaukarosserie: Das e-Fahrzeug "Colibri" soll in jede Parklücke passen. Dass der Elektroflitzer angesichts steigender Spritpreise seine Lücke im Markt findet, davon sind die Gründer überzeugt: "Der Colibri schafft den Spagat zwischen Alltagstauglichkeit, Sicherheit, Kosten und Ökologie", sagt Mitgründerin Juliane Beyer, "warum soll man 1,6 Tonnen Stahl bewegen, wenn 0,35 Tonnen genauso Sicherheit und Komfort bieten können?"
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Eine Werbefläche für jeden Ort der Welt
Mobile Werbung
Andreas Heck verspricht mobile Werbung: Er will ein System aufbauen, mit dem Firmen aus der Ferne exakt festlegen können, wo ihre Werbung sichtbar sein soll. Sei es innerhalb eines kleinen Areals auf vorbeifahrenden Bussen oder auf großen Werbetafeln an vielen Orten der Welt. Möglich machen soll dies eine Kombination des Ortungssystems GPS mit der Bildschirm-Technologie OLED: Werbung wird per Klick gezielt auf eine Display-Folie geschaltet. "Das Restaurant von nebenan kann so durch stark regional begrenzte Werbung auf sich aufmerksam machen", sagt Heck. Und Konzerne sollen ihre Kampagnen leichter steuern können, indem sie die Motive weltweit per Mausklick platzieren.
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Eine zweite Chance für Gemüse
Gemüsefon
Tonnenweise landen Lebensmittel auf dem Müll. "50 Prozent der Verschwendung passiert vor dem Verkauf", sagt Uwe Becker aus Mainz, Initiator des "Gemüsefons". Denn krumme Gurken oder nicht normgerechte Möhren schaffen es erst gar nicht in den Handel. Dieses Obst und Gemüse sollen Beckers Mitarbeiter zu erstklassigen Gerichten verwandeln, indem sie es waschen, in Vakuum verpacken oder vorgaren. Dieser Veredelungsprozess könne auch behinderten Menschen Arbeit bieten: Becker will einen Integrationsbetrieb aufbauen und setzt auf die Kooperation von Landwirten, die ihre Ernte an den Kunden bringen wollen - über Feinkostgeschäfte oder per Lieferservice.
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Eine App mit Sensoren
Fotolia
Womit verbringen wir unsere Zeit, wofür verwenden wir die täglichen 24 Stunden? Das wissen wir noch nicht genau genug, meint Jeremy Henrichs aus Schöneck. Deshalb arbeitet er an einer App, die mit Hilfe von Sensoren an Armen und Beinen exakt erfasst, wie lange wir etwas tun. Kreisende Bewegungen der Füße mit starr gehaltenen Armen etwa könnte das Programm als Fahrradfahren erkennen und abspeichern, andere Bewegungsmuster als Essen oder Rauchen. Am Ende soll die App die täglichen Tätigkeiten sekundengenau entschlüsseln: Nutzer könnten "Zeiträuber" erkennen und ihr Verhalten ändern. "Zeitmanagement und -optimierung stoßen in eine neue Dimension vor", sagt Henrichs.
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Eine virtuelle Umkleidekabine
Virtuelle Umkleidekabine
Daniel Golomuzdow will mit seiner App-Idee einer virtuellen Umkleidekabine seinen Nutzern in Zukunft aufwändige Shoppingtouren in überfüllten Innenstädten ersparen. Sie sollen stattdessen "unterwegs oder bequem von zu Hause aus verschiedenste Kollektionen und Produkte anprobieren können", wie der Frankfurter sagt. Der Nutzer gibt seine Körpermaße an und kann dann virtuell alle Klamotten der Anbieter "anziehen", die ihr Sortiment mit der App verknüpft haben. Wer etwas gefunden hat, das ihm gefällt, sich aber noch nicht zum Kauf durchgerungen hat, kann sein Outfit von Freunden oder anderen Nutzern der App bewerten lassen: Sie können per Klick Kommentare abgeben.
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Frauen über 50 als Aupair
Kamel Adjenef
Au Pair ist nur was für junge Mädchen? Nein, meint Ursula Lanz aus Graz. Mit ihrer Agentur "womango - Aupair 50+" vermittelt sie Frauen jenseits der 50 einen Auslandsaufenthalt. Sie betreuen Kinder in einer Gastfamilie, als so genannte Grannys, sie leisten älteren Menschen Gesellschaft oder engagieren sich in sozialen Projekten weltweit. "Viele Frauen hatten in ihrer Jugend nicht diese Möglichkeit, und später war wegen Beruf und Familie keine Zeit mehr", sagt Lanz. Nach dem Arbeitsleben aber wollten sich viele einen Jugendtraum erfüllen. "womango" ist in Österreich bereits online und bringt als Netzwerk Interessentinnen, Familien und soziale Projekte zusammen.
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Ein personalisierter Fernsehsender
Rayneer
Mit dem Fernsehprogramm kann man es nicht jedem recht machen. Bis jetzt jedenfalls. Oliver Flueckiger aus Zürich und seine Kollegen wollen das ändern: mit einem personalisierten TV-Sender. "Rayneer analysiert auf Knopfdruck das Social-Network-Nutzungsverhalten der User und stellt ein persönliches Programm zusammen", erklärt Flueckiger. Langweilige Fernsehabende werden bald der Vergangenheit angehören, hofft er. Nutzer brauchen nur ein Facebook-Konto. Der Sender ermögliche auch Werbung, die zu Hobbys und Vorlieben des Zuschauers passe. Die Website funktioniert zurzeit aus rechtlichen Gründen nur in der Schweiz und soll bald international starten.
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Ein virtuelles Lebensbuch
Biogravision
Ein Buch kann jeder bedienen, einen Computer nicht. Menschen, die an Demenz leiden, sind damit oft überfordert. Daher hat Willy Fickelscheer Computer und Buch zusammengebracht und virtuelle Bücher für Demenzpatienten entwickelt. Erzählt wird die Lebensgeschichte der alten Menschen: Fickelscheer sammelt von Verwandten Fotos, Texte, Videos und Tonaufnahmen und setzt sie in einem digitalen Buch zusammen. Auf einem Touchscreen-Computer kann man wie in einem echten Buch blättern. "So können Menschen Fotos, Briefe und vertraute Stimmen abrufen", sagt der Biogravision-Gründer aus March im Breisgau. Das entspanne Patienten und helfe, verlorene Erinnerungen wiederzufinden.
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Ein weltweiter Fund-Service
return-to.me
Wenn ein Gegenstand abhandenkommt, kann Manuel Ströh aus München helfen. Mit dem Internetportal "return-to.me" bringen er und seine Mitstreiter Verlierer und Finder zusammen - weltweit: "Wir möchten es jedem ermöglichen, sein Eigentum einfach, anonym und kostengünstig zu kennzeichnen." Auf der Webseite kann sich jeder mit einem anonymen Namen anmelden, dem Täg. Dann kann er Sticker oder Anhänger bestellen, auf denen Täg und Website zu lesen sind. Wenn ein Gegenstand verloren geht, muss der Finder nur online das Täg eingeben, und "return-to.me" stellt den Kontakt zum Eigentümer her. In Tests seien auf diese Weise 80 Prozent der Dinge zurückgekehrt, sagt Ströh.
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