Europäische Zentralbankmanager magazin RSS  - Europäische Zentralbank

Alle Artikel und Hintergründe

Euro, Schulden, Rettungsschirme
Corbis

Euro, Schulden, Rettungsschirme

Europas Zentralbanker stehen unter Druck. Die Wirtschaftskraft der Euro-Staaten driftet auseinander, manche brauchen Notfallhilfen der EZB. Alles über die Folgen für Deutschland und den Kampf der Zentralbank gegen Inflation oder Deflation finden Sie hier.


Die Europäische Zentralbank

  • EZB
    Die Europäische Zentralbank (EZB) ist die gemeinsame Währungsbehörde der Mitgliedstaaten der Europäischen Währungsunion und bildet mit den nationalen Zentralbanken der EU-Staaten das Europäische System der Zentralbanken.
  • Europäischer Leitzins
    Der von der Europäische Zentralbank vorgegebene Leitzins legt fest, zu welchen Bedingungen sich Kreditinstitute Geld beschaffen und verleihen können.
  • Expansive Geldpolitik
    Durch expansive Geldpolitik wird die verfügbare Geldmenge bei den Geschäftsbanken erhöht, um dadurch die Konjunktur anzukurbeln.
  • Geldwertstabilität
    Ein Hauptziel der EZB ist die Geldwertstabilität, die vor allem mithilfe der Geldpolitik erreicht werden soll.

Wie Notenbanken funktionieren

  • Woher nehmen Notenbanken das ganze Geld?
    Für die Milliardensummen, die die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-amerikanische Federal Reserve Banks (Fed) im Verlauf der Finanzkrise den Banken zur Verfügung stellten, müssen die Notenbanken nicht die Notenpresse anwerfen und Geldscheine drucken. Die Beträge werden lediglich auf den Konten der Geschäftsbanken gutgeschrieben, die bei den Notenbanken geführt werden. Gegen Wertpapiere als Sicherheiten leiht die EZB oder Fed Geld aus. Nach einer bestimmten Frist zahlen die Banken die Summe inklusive Zins zurück.
  • Können sie pleitegehen?
    Technisch nein. Die EZB hat im Euro-Raum das Monopol über das Zentralbankgeld und kann unabhängig darüber entscheiden, wann sie wie viel Geld in Umlauf bringt.
  • Warum buttern sie so viel Geld in die Märkte?
    Generell leihen sich Geldinstitute auf dem Geldmarkt untereinander oder bei der EZB oder Fed Geld aus und zahlen dafür Zinsen - so wie ein Bankkunde bei einer Bank einen Kredit bekommt und diesen abträgt. Für die Geschäftsbanken ist es wichtig, dass sie über flüssiges Geld (Liquidität) verfügen, zum Beispiel für die Vergabe von Krediten an Unternehmen und Verbraucher. Wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten und eventueller noch unbekannter Risiken bei einzelnen Häusern sind die Banken jedoch misstrauischer geworden und nicht mehr im üblichen Maße bereit, sich gegenseitig Geld auszuleihen. In so einem Fall können die Notenbanken eine Finanzspritze geben, um einen Geldengpass (Kreditklemme) zu verhindern. Vorrangiges Ziel der Notenbanken sind stabile Preise. Die EZB ist laut EU-Vertrag aber auch für die Stabilität des Finanzsystems mitverantwortlich.

Die Aufgaben der Fed und der EZB

  • EZB
    Der Auftrag der Europäischen Zentralbank (EZB) ist im EU-Vertrag festgelegt. Dort heißt es: "Das vorrangige Ziel der EZB ist es, die Preisstabilität zu gewährleisten." Zugleich soll die Notenbank die allgemeine Wirtschaftspolitik des Währungsraums unterstützen - allerdings nur soweit, falls hierdurch nicht das Ziel stabiler Preise beeinträchtigt wird. Durch diese Formulierung wird dem Ziel stabiler Preise Vorrang gegenüber weiteren Zielen eingeräumt.
    Die EZB ist laut EU-Vertrag aber auch für die Stabilität des Finanzsystems mitverantwortlich. Eine Aufgabe, die gerade in Zeiten starker Turbulenzen an den Finanzmärkten besonders wichtig ist.
  • Fed
    Die US-Notenbank Federal Reserve Banks (Fed) sieht sich im Gegensatz zur EZB mehreren Aufgaben gegenübergestellt. Der Federal Reserve Act schreibt drei allgemeine Ziele vor: Demnach soll die Fed mit ihrer Geldpolitik sowohl eine "maximale Beschäftigung" als auch stabile Preise und langfristig moderate Zinsen gewährleisten. Ungeachtet der Tatsache, dass das Wachstumsziel in der Aufzählungsreihenfolge vor dem Ziel der Sicherung stabiler Preise rangiert, können sich aus diesem Zielkatalog Probleme ergeben. So hat das Preisniveau in den USA in den vergangenen Monaten merklich angezogen. Zugleich hat sich aber auch das Wirtschaftswachstum der Vereinigten Staaten seit dem Ausbruch der Hypothekenkrise im vergangenen Sommer erheblich abgeschwächt. Das Dilemma: Zur Sicherung der Preisstabilität müsste die Notenbank eigentlich die Leitzinsen anheben, angesichts der aktuellen Wachstumsschwäche wären hingegen Zinssenkungen angebracht. Wie ein Blick in die Vergangenheit und auch die jüngsten Entwicklung zeigt, misst die Fed im Zweifel dem Wachstumsziel eine höhere Bedeutung bei als dem Ziel stabiler Preise.





 

Anleihekäufe gegen Deflation03.04.2014

EZB-Chef Draghi zum Tabubruch bereit

Von Stefan Kaiser, Spiegel Online
Anleihekäufe gegen Deflation: EZB-Chef Draghi zum Tabubruch bereit

Im Kampf gegen drohende Deflation ist die EZB zum Tabubruch bereit. Sie erwägt, in großem Stil Anleihen am Kapitalmarkt aufzukaufen. Dagegen hatte sich die Bundesbank lange gewehrt. Ihr Widerstand scheint gebrochen. mehr...

Ende des billigen Geldes30.03.2014

Schäuble erwartet höhere Leitzinsen

Ende des billigen Geldes: Schäuble erwartet höhere Leitzinsen

Bundesfinanzminister Schäuble rechnet einem Bericht zufolge schon bald mit einem Ende der Niedrigzinspolitik. Grund ist die anziehende Konjunktur. Für den Bund bedeutet das steigende Kosten. mehr...

Konjunktur06.03.2014

Draghi glaubt an den Aufschwung

Konjunktur: Draghi glaubt an den Aufschwung

Die Europäische Zentralbank blickt etwas optimistischer in die Zukunft als noch Ende vergangenen Jahres. Sie korrigiert ihre Prognose leicht nach oben, hat kaum Deflationssorgen - und lässt den Leitzins deshalb unangetastet. mehr...

Anleihenkäufe durch EZB07.02.2014

Karlsruhe gibt Euro-Streit an EuGH weiter

Anleihenkäufe durch EZB: Karlsruhe gibt Euro-Streit an EuGH weiter

Ist der unbegrenzte Kauf von Staatsanleihen durch die EZB mit EU-Recht vereinbar? Diese Frage wollen die Bundesverfassungsrichter jetzt vom höchsten europäischen Gericht klären lassen. Sie geben damit erstmals in ihrer Geschichte eine Entscheidung ab. mehr...

Kampf gegen Deflation27.01.2014

Draghi erwägt Kauf von Kreditpaketen

Kampf gegen Deflation: Draghi erwägt Kauf von Kreditpaketen

Mario Draghi erwägt einem Medienbericht zufolge den Kauf verbriefter Kreditpakete. Dadurch will der EZB-Chef die Deflationsgefahr in der Euro-Zone eindämmen. Verbriefung allerdings ist umstritten, der Markt liegt am Boden. mehr...

US-Wirtschaft13.01.2014

US-Aufschwung fußt auf zwei Fs

Von Henrik Müller
US-Wirtschaft: US-Aufschwung fußt auf zwei Fs

Die US-Wirtschaft ist wieder im Aufwind, die Krise scheint abgehakt. In Wahrheit sind die USA jedoch weit entfernt von alter Stärke: Der Aufschwung, der auf Fed und Fracking beruht, birgt den Keim kommender Krisen. mehr...

Zinsentscheid09.01.2014

Draghi verspricht noch lange billiges Geld

Zinsentscheid: Draghi verspricht noch lange billiges Geld

Wenn nötig, wird die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik weiter lockern, verspricht Notenbankpräsident Draghi. Ernste Deflationsgefahren für den Euro-Raum sieht er nicht und sichert den Finanzmärkten langfristig billiges Geld zu. mehr...




Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Handytarife:
Finden Sie den passenden Tarif