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Der chinesische Staatsfonds CIC wurde gegründet, um die enormen Devisenreserven des Landes anzulegen. Insgesamt verfügt China über Devisen im Wert von mehr als drei Billionen Dollar - es sind die größten Reserven der Welt. Offiziell nahm die CIC (China Investment Corporation) die Arbeit Ende September 2007 auf. Der Fonds verfügt mittlerweile über ein geschätztes Kapital von 200 bis 300 Milliarden Dollar. Das Ziel des Fonds ist eine möglichst hohe Rendite. Pro Tag muss der Fonds mindestens 44 Millionen Dollar verdienen, um die Anleihen zu bedienen, die zu seiner Finanzierung ausgegeben wurden. Politischer Einfluss scheint dagegen nicht an erster Stelle zu stehen. Bislang zumindest erwiesen sich die Sorgen westlicher Regierungen als nicht begründet.
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Vom Gesamtkapital des Fonds steht nur etwa die Hälfte für Auslandsinvestitionen zur Verfügung, die andere Hälfte soll inländischen Unternehmen, vor allem den staatlichen Banken, zugute kommen. Allein 67 Milliarden Dollar wurden dazu genutzt, Central Huijin zu kaufen, einen Investment-Arm der chinesischen Zentralbank, der Anteile an Chinas größten Geldhäusern hält. CIC-Chef Lou Jiwei sagte, sein Fonds wolle zur Stabilisierung der globalen Märkte beitragen - ebenso wie andere Staatsfonds, die sich ebenfalls an großen Banken beteiligt haben, als diese in den Strudel der Hypothekenkrise gerieten.
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In seiner ersten Investition kaufte der Fonds knapp zehn Prozent an der US-Beteiligungsgesellschaft Blackstone für drei Milliarden Dollar. Dieser Anteil hat seit dem Einstieg der CIC im Juni 2007 rund 60 Prozent an Wert eingebüßt, da der Kurs der Aktien stark gefallen ist. Einige Monate später stieg die CIC auch bei Morgan Stanley ein. Für den 9,9-Prozent-Anteil an der US-Investmentbank zahlte sie fünf Milliarden Dollar. Auch bei dieser wohl größten Einzelinvestition verlor die CIC einen Milliardenbetrag. Mittlerweile investiert der Staatsfonds bevorzugt in den weltweiten Rohstoffmärkten, etwa in Indonesien, Russland, Kanada oder Kasachstan. Doch auch eine Beteiligung am deutschen Autobauer Daimler wurde geprüft.