Es ist die Nachricht, auf die viele Investoren nur gewartet haben. "Die ersten Daten deuten darauf hin, dass das vergangene Quartal bei uns noch schwächer ausgefallen ist als dies manche Finanzexperten und wir noch vor einigen Monaten erwartet haben", sagte Osram-Chef Olaf Berlien (56) in einem Interview mit der "Augsburger Allgemeinen". Nur um dann richtig auszuholen: "Ich sehe dunkle Wolken für 2019 am Horizont aufziehen, die Nachfrage nach Leuchtdioden geht spürbar zurück. Was mir aber für das neue Jahr am meisten Sorgen bereitet, ist die rückläufige Auto-Konjunktur."

Die Anleger reagierten sofort, die Osram-Aktie verlor am Donnerstagmorgen drastisch, minus acht Prozent. Womöglich ist es die Korrektur, auf die seit Wochen vor allem jene spekulieren, die Osram umschwirren wie Motten das Licht: die Finanzinvestoren. 

Denn es war ja mehr als die Laune eines Sommers, als ein Team der Investmentbank Credit Suisse gleich ein halbes Dutzend Topadressen der Private-Equity-Szene besuchte, im Gepäck immer die gleiche Idee: Der Finanzinvestor sollte ein öffentliches Übernahmeangebot für alle Aktien des Lichtkonzerns Osram machen, nachdem die Firma Ende Juni eine zweite Gewinnwarnung verbreitet hatte und der Börsenkurs wie ein Stein nach unten gefallen war. Diese Schwäche sollte der Angreifer nutzen, die Münchener Technologiefirma von der Börse nehmen und ungestört umbauen. Beim Weiterverkauf – im Ganzen oder in Einzelteilen – ergäbe sich dann die Aussicht auf satten Gewinn. So der Plan, der bis heute der Ausführung harrt. Und nun nicht gerade unwahrscheinlicher wird.

Ideen wie diese sind nicht ungewöhnlich, Investmentbanken leben gut davon. Zumal Private-Equity-Gesellschaften global nach Anlagemöglichkeiten für knapp 1,2 Billionen Dollar suchen und fallende Börsenkurse als gute Einstiegsgelegenheit sehen. "Wir werden 2019 deutlich mehr Public-to-Privates in Deutschland sehen", prognostiziert deshalb Jürgen Diegruber (57), Deutschland-Chef der Schweizer Partners Group.

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