Wer Giorgio Armani bei der Arbeit beobachten will, bekommt ein paar ungewöhnliche Hinweise mit auf den Weg: immer schön Abstand halten, keine Bilder machen, denn die sucht der Maestro höchstselbst aus, und besser keine kritischen Fragen stellen, das mag er nicht. Eine Legende zu sein, hat offenbar gewisse Vorzüge.

Armani hat die Modewelt revolutioniert und ein Imperium erschaffen, das mit Hotels, Einrichtungsläden, Schokolade und Blumen bis hin zu Brille, Uhren und Parfum fast 4 Milliarden Euro umsetzt. Doch der 84-Jährige hat ein Problem: Die Umsätze sinken, und die ungelöste Nachfolgefrage verunsichert die Mitarbeiter. Lesen Sie dazu den mm-Report.

Ein klassisches Interview wollte er dazu nicht geben, bot aber an, später schriftlich eingereichte Fragen schriftlich zu beantworten. Dies immerhin tat er mit der für ihn so typischen Akribie und Präzision.

Herr Armani, Sie wollten eigentlich Arzt werden, haben aber nach zwei Jahren Ihr Studium hingeschmissen und schneiden nun seit über 40 Jahren an edlen Stoffen herum. Wie kam es eigentlich dazu?

Manchmal merkt man, dass man falsch abgebogen ist. Ich war an Medizin interessiert, aber ich konnte mich nicht als Arzt sehen. Ich war zu sehr von der ästhetischen Welt fasziniert, sie hat mich in ihren Bann gezogen.

Die Giorgio Armani Spa setzt über 2,3 Milliarden Euro um und gilt seit Jahren als einer der profitabelsten Konzerne Italiens. Hätten Sie sich diesen Erfolg am Beginn Ihrer Karriere vorstellen können?

Ich hatte keine Vorstellung davon, wie groß und wie wertvoll mein Unternehmen einmal werden könnte. Ich habe mein eigenes Label mithilfe meines damaligen Geschäftspartners Sergio Galeotti ins Leben gerufen, um meine gestalterischen Ideen zum Ausdruck zu bringen. Ich habe mich sicherlich nicht auf den Weg gemacht, ein Imperium aufzubauen. Der Erfolg kam von einer höchst persönlichen Suche. Ich wollte der Welt nur zeigen, wovon ich geträumt habe.

Heute, mit 84 Jahren, sind Sie eine lebende Legende, dennoch ist wenig über Sie bekannt. Wie tickt der Designer, Geschäftsmann und Mensch Giorgio Armani?

Ich bin ein Mann, nicht mehr und nicht weniger. Meine Persönlichkeit lässt sich nicht aufteilen. Der Designer in mir ist ein besserer Designer dank des Geschäftsmannes in mir. Zusammen wissen diese zwei: Wenn die Leute meine Kleider nicht kaufen, werde ich nicht lange Designer sein. Der Privatmann in mir ist so sehr mit der Arbeit verbunden, die ich liebe, und der Liebe, die ich für die von mir geschaffene Firma empfinde, dass er eins mit Armani ist. Meine Arbeit ist schließlich Ausdruck einer privaten und persönlichen Vision.

Lade...

Hinter den Kulissen von Big Business.

Sie haben keinen Zugang? Jetzt gratis testen!

  • Aktuelle Insider-Geschichten über Strippenzieher, Masterminds und Hasardeure sowie Trends und Analysen aus der Wirtschaft
  • Jeden Monat die digitale Ausgabe des manager magazins
  • Jede Woche die besten Originaltexte aus „The Economist“
  • Ausgewählte Texte aus dem Harvard Business Manager
  • Einmal anmelden, überall nutzen – mobil, Web, Tablet, auf allen Ihren Geräten.
  • Flexible Laufzeit, jederzeit online kündbar

Hinweis

manager magazin premium kann in Ihrer App leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle App-Version oder wechseln Sie auf die mobile Website m.manager-magazin.de, um manager magazin premium lesen zu können. Vielen Dank!

manager magazin premium kann in Ihrem Browser leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle Version Ihres Browsers oder wechseln Sie zu einem anderen aktuellen Browser, um manager magazin premium lesen zu können. Vielen Dank!

manager magazin premium kann auf Ihrem Gerät leider nicht angezeigt werden. Bitte aktualisieren Sie, wenn möglich, Ihr Betriebssystem. Vielen Dank!