Als Bahn-Chef Richard Lutz (54) Anfang September seinen Brandbrief zur desaströsen Lage des Konzerns abschickte, ging das Schreiben an die Führungskräfte unterhalb des Vorstands. Doch auch ein Vorstandskollege, der das Pamphlet mitunterzeichnete, darf sich angesprochen fühlen: Berthold Huber (54).

Seit Jahren verantwortet er den Regional- und Fernverkehr, also den größten Teil der deutschen Eisenbahn. Und er patzt auf beiden Feldern. Die Bahn-Tochter DB Regio hat unter seiner Ägide weiter an Konkurrenzfähigkeit eingebüßt und verliert reihenweise Ausschreibungen. DB Fernverkehr zieht zwar mit Billigtickets viele Passagiere an, speist sie dann aber mit einer beschämenden Qualität ab.

Im August fuhren weniger als 70 Prozent der Fernzüge pünktlich. In Wahrheit war es wohl noch schlimmer, denn die zahlreich ausgefallenen Züge zählen nach Bahnerlogik nicht als unpünktlich. Sie sind ja gar nicht gefahren.

Traurig: DB-Vorstand Berthold Huber macht aus seiner ernsten Miene zu wenig.
Bernd von Jut / picture alliance

Traurig: DB-Vorstand Berthold Huber macht aus seiner ernsten Miene zu wenig.

Vor Publikum zeigt Huber stets eine ernste Miene, wenn er über die Nöte der Bahn spricht. Ob sie ihm tatsächlich nahegehen, ist unklar. Eine interne Unterlage von DB Fernverkehr weckt Zweifel. Die Vorlage für die Aufsichtsratssitzung der Sparte am 12. September wirkt stellenweise so, als würden Huber und seine Mitstreiter die Trödelzüge nicht allzu tragisch sehen.

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