Donnerstag, 27. Juli 2017

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"Wenn ich Präsident bin ..." Die leeren Versprechen des Donald Trump

Donald Trump würde als US-Präsident Jobs und Fabriken von US-Unternehmen aus dem Ausland zurück in die USA holen, verspricht der Republikaner

Jens-Uwe Meyer
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    Dr. Jens-Uwe Meyer ist Geschäftsführer der Innolytics GmbH. Mit neun Büchern (u.a. "Radikale Innovation", "Digitale Disruption") und mehr als 100 Fachartikeln ist er einer der engagiertesten Innovationsvordenker im deutschsprachigen Raum. Er berät mittelständische Unternehmen und Konzerne.
  • www.jens-uwe-meyer.de

Trump als Präsident wäre für seine Anhänger eine bittere Enttäuschung. Denn nach der Globalisierung, die so viele Arbeitsplätze in den USA vernichtete, rollt bereits die nächste Welle an: die Digitalisierung. Die Zukunft bringt Automatisierung im großen Stil und McJobs von Uber & Co. Und auch der amerikanische Präsident wird daran nichts ändern können.

Trump kann Fabriken zurückholen - aber keine Jobs

Am ersten Tag seiner Amtszeit werde er persönlich den Druck auf Unternehmenchefs erhöhen, kündigt Trump im Wahlkampf an. Er werde dafür sorgen, dass Fabriken von Mexiko zurück in die USA kommen. Damit könnte er sogar erfolgreich sein. Doch was er verschweigt: Produktionsanlagen werden heute so geplant, dass sie mit einem Minimum an Mitarbeitern auskommen. Auch die Verwaltung dieser Fabriken braucht heute weniger Beschäftigte. Und die meisten neuen Lager in der Logistik sind längst hochautomatisiert.

Die Ursachen für diesen neuen Automatisierungsschub beschreibe ich in meinem aktuellen Buch "Digitale Disruption": Das Prinzip der Kompetenzstandardisierung und das Prinzip der radikalen Effizienzsteigerung. Routinetätigkeiten werden zunehmend standardisiert und durch Algorithmen erledigt. Das Knowhow eines Sachbearbeiters lässt sich genauso digitalisieren wie das eines Kraftfahrers, Roboter können immer komplexere Tätigkeiten verrichten. Zudem wird das, was derzeit als Industrie 4.0 Schlagzeilen macht, auch die Wirtschaft in den USA radikal verändern: Vernetzte IT-Systeme sorgen dafür, dass von der Warenbestellung über die Produktion bis zur Auslieferung deutlich weniger Menschen mit der Koordinierung der Lieferkette beschäftigt sind.

McJobs von Uber statt regulärer Arbeitsplätze

Auch das Prinzip "Crowdification" wird Trump nicht aufhalten können. Aufgaben, die früher festangestellte Mitarbeiter in Unternehmen verrichteten, werden mehr und mehr von selbstständigen Unternehmern erledigt, die ohne Jobsicherheit und soziale Absicherung auf der täglichen Jagd nach Umsatz sind. Ob Uber-Fahrer, Paketlieferant oder Clickworker - der Trend, Aufgaben in die Crowd zu verlagern, wird die Arbeitswelt massiv verändern.

Das Crowdification-Prinzip greift die Geschäftsmodelle von Unternehmen an, die bislang ihr Geschäft entweder als Vermittler (beispielsweise ein Makler) oder als Zentralisierer (beispielsweise eine Autovermietung) verdient haben. Der Wettbewerbsvorteil dieser Unternehmen lag in der Informationshoheit und in den Preisvorteilen, die sie über die Zentralisierung gewinnen konnten. Vermittler wussten exklusiv, wer etwas anbietet und hatten einen exklusiven Zugang zu potentiellen Kunden. Zentralisierer rechneten sich, weil sie dank ihrer Größe und ihrer zentralisierten Auftragsverarbeitung günstige Preise anbieten und dabei noch Gewinne erzielen konnten.

Durch Crowdification gehen die Wettbewerbsvorteile dieser beiden Unternehmenstypen verloren. Wo vorher Informationen in der Hand des Vermittlers waren, sind sie nun offen. Und weil sie - wie Uber - keinen eigenen Besitz haben, können Unternehmen mit dem Prinzip Crowdification die Preise zentralisierter Unternehmen deutlich unterbieten.

Trump kann Jobs, die durch Crowdification verloren gehen, nicht zurückbringen. Egal was er verspricht: Die nächste Welle der McJobs kommt.

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