Samstag, 27. August 2016

Drohender Staatsbankrott Ukraine bittet IWF um Hilfe - und braucht 35 Milliarden Dollar

Proteste in Kiew: Nach dem Sturz des prorussischen Präsidenten Janukowitsch ist die Zukunft des Landes ungewiss

Angesichts des drohenden Staatsbankrotts hat die Ukraine offiziell ein Hilfegesuch beim Internationalen Währungsfonds (IWF) eingereicht. Russland hat seine Hilfen eingefroren. Die Übergangsregierung schätzt den Finanzbedarf bis 2015 auf 35 Milliarden Dollar.

Kiew/Washington - IWF-Chefin Christine Lagarde teilte am Donnerstag in Washington mit, dass Experten des Währungsfonds in den kommenden Tagen zu einem "vorbereitenden Dialog" nach Kiew reisen würden. "Wir diskutieren auch mit allen unseren internationalen Partnern, wie der Ukraine in diesem entscheidenden Moment ihrer Geschichte am besten geholfen werden kann", erklärte Lagarde.

Das osteuropäische Land steht nach dem Sturz des prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch vor einer ungewissen Zukunft. Zuletzt hing die Ukraine finanziell am Tropf der Regierung in Moskau, die ihre Hilfen wegen der politischen Umwälzungen allerdings eingefroren hat. Die Übergangsregierung in Kiew bezifferte den Finanzbedarf in den kommenden zwei Jahren auf 35 Milliarden Dollar.

Lagarde teilte mit, sie sei "ermutigt" durch die "vielen Unterstützungserklärungen", die bisher eingegangen seien. Die USA hatten am Mittwoch eine Garantie über eine Milliarde Dollar angeboten, um mögliche Kredite des IWF oder der Weltbank abzusichern.

Auch die Europäische Union erwägt finanzielle Hilfen für die Ukraine. Am Freitag bespricht Lagarde das Vorgehen mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in Washington.

Der IWF knüpft seine Unterstützung an strenge Reformauflagen und verlangt politische Stabilität. Zuletzt hatte der Währungsfonds der Ukraine im Jahr 2010 eine Kreditlinie von 15,3 Milliarden Dollar zugesagt. Davon wurden aber nur 3,4 Milliarden Dollar ausgezahlt, weil Kiew die geforderten wirtschaftlichen Reformen nicht umsetzte.

la/afp/dpa-afx

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