Freitag, 19. Oktober 2018

USA verschärfen Handelskonflikt und Währungskrise in Türkei Immer feste drauf - Trump verdoppelt Stahl-Strafzölle für Türkei

Hinlangen per Twitter: US-Präsident Donald Trump hat die Verdopplung von Strafzöllen für die Türkei angeordnet

Um diplomatische Gepflogenheiten hat sich US-Präsident Donald Trump noch nich geschert - jetzt verschärft er mit einer Anordnung den diplomatischen Konflikt zwischen den USA und der Türkei, die durch Währungsschwankungen ohnedies bereits ziemlich angeschlagen ist.

Trump hat nun höhere Zölle auf Stahl und Aluminium aus der Türkei angeordnet - die einer Verdopplung der bisherigen Strafzölle gleichkommen. Für Aluminium-Einfuhren würden nunmehr 20 Prozent Zoll fällig, für Stahlimporte 50 Prozent, erklärte Trump am Freitag auf Twitter. "Unsere Beziehungen zur Türkei sind zurzeit nicht gut."

Bereits zuvor war die türkische Lira auf ein Rekordtief gefallen, worauf Trump in seinem Tweet auch ausdrücklich hinwies. Die Regierungen in Ankara und Washington streiten vor allem über die Festnahme des US-Geistlichen Andrew Brunson durch türkische Behörden. Die Ermittler werfen ihm Verbindungen zum Prediger Fethullah Gülen vor, der nach Darstellung der Regierung hinter dem Putschversuch vor zwei Jahren steht. Brunson weist die Vorwürfe zurück.

Wegen des Streits haben die Nato-Partner Türkei und die USA bereits Minister des jeweils anderen Staates mit Sanktionen belegt. Der Streit trägt auch zu den Marktturbulenzen in der Türkei bei. Die türkische Lira stürzte am Freitag ab.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sprach am Nachmittag in einer Ansprache von einem "Wirtschaftskrieg", in dem sich sein Land befinde. Er rief alle Türken auf, zur Stützung der Währung Devisen gegen Lira zu tauschen.

wed/rtr/afp

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