Sonntag, 22. Oktober 2017

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Donald Trump Nordkorea sollte "sehr, sehr nervös" sein

Donald Trumps scharfe Worte in Richtung Nordkorea wurden weltweit diskutiert. Der US-Präsident selbst glaubt, seine Aussage sei vielleicht "nicht hart genug" gewesen. Die Konsequenz: neue Drohungen.

Donald Trump glaubt, in seinen Äußerungen in Richtung Nordkorea möglicherweise zu nachsichtig gewesen zu sein. Zuletzt hatte der US-Präsident Nordkorea mit "Feuer, Wut und Macht" gedroht. "Vielleicht war die Aussage nicht hart genug", sagte Trump nun in seinem Urlaubsdomizil in Bedminster im US-Staat New Jersey.

Und so folgten gleich die nächsten Warnungen: Nordkorea sollte "sehr, sehr nervös" sein, wenn es auch nur an einen Angriff auf die USA denke. Nordkorea solle sich lieber zusammenreißen, andernfalls gäbe es Schwierigkeiten, wie sie nur wenige Länder erlebt hätten und von denen niemand gedacht habe, dass sie möglich seien. Trump wisse das Militär zu 100 Prozent hinter sich, sagte er.

Laut Trump müssten die USA allerdings jederzeit auch Verhandlungen in Erwägung ziehen. Diese hätten nun aber schon 25 Jahre lang nichts gebracht. Aus Sicht von Trump hätten seine Vorgänger es verpasst, sich mit dem Problem Nordkorea effektiv auseinanderzusetzen.

Kim Jong Un habe die Welt "eine lange Zeit umhergeschubst"

Dass die jüngst ausgesprochenen Uno-Sanktionen den erwünschten Effekt haben würden, bezweifelt Trump unterdessen. Außerdem glaubt der US-Präsident, dass China in dem Konflikt deutlich aktiver werde als bisher.

Ob die USA auch einen militärischen Präventivschlag als Möglichkeit sehen, kommentierte der 71-Jährige nicht. Seine Regierung spreche nie öffentlich über derartige Überlegungen.

Es waren Trumps erste Äußerungen, seit Nordkorea auf seine "Feuer und Wut"-Rede reagiert und Pläne über einen Raketenangriff auf die US-amerikanische Pazifikinsel Guam veröffentlicht hatte. In einer Stellungname der nordkoreanischen Streitkräfte hieß es außerdem über Trump: "Sachlicher Dialog ist mit so einem Typen bar jeder Vernunft nicht möglich, nur mit absoluter Stärke ist ihm beizukommen."

Trump erklärte nun, es wäre Zeit, dass sich jemand gegen die Außenseiternation zur Wehr setzen würde. "Er hat die Welt eine lange Zeit umhergeschubst", sagte er über Nordkoreas Diktator Kim Jong Un.

China und Japan rufen zur Mäßigung auf

Die Krise zwischen den USA und Nordkorea hatte sich zuletzt verschärft. Gründe dafür waren mehrere Raketentests Nordkoreas im Juli sowie immer wieder harte verbale Auseinandersetzungen zwischen Washington und Pjöngjang. Kim sagte nach dem letzten Test, das Festland der USA sei jetzt in Reichweite. Als Reaktion verhängte der Uno-Sicherheitsrat die bislang schärfsten Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea.

Chinas amtliche Nachrichtenagentur Xinhua kritisierte den verbalen Schlagabtausch zuletzt scharf. In einem Kommentar hieß es, ohne eine Rückkehr zur Vernunft werde alles noch schlimmer. Nordkorea sollte sein Atom- und Raketenprogramm einstellen, die USA und Südkorea ihre Militärmanöver aussetzen, um an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Auch Japans Regierung rief zur Mäßigung auf, richtete ihren Appell aber ausschließlich an Pjöngjang. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen warf Nordkorea völkerrechtswidriges Verhalten vor und zeigte Verständnis für Trump.

Südkoreas Streitkräfte wiederum griffen zuletzt selbst zu Drohungen: Sollte das kommunistische Nachbarland seine "Provokationen" nicht unterlassen, werde es "die harte und resolute Vergeltung der Alliierten" zu spüren bekommen, sagte der Generalstabschef der Streitkräfte, Roh Jae Cheon.

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