Mittwoch, 19. Dezember 2018

Thomas Laubach Deutscher Ökonom bereitet Amerikas Zinswende vor

Thomas Laubach: "Deutscher nur im Namen, nicht in der Politik", lobt US-Ökonom Adam Posen
Federal Reserve Board
Thomas Laubach: "Deutscher nur im Namen, nicht in der Politik", lobt US-Ökonom Adam Posen

Fed-Präsidentin Janet Yellen stützt sich auf einen deutschen Volkswirt als ihren wichtigsten Angestellten. Der in Bonn und Princeton ausgebildete Thomas Laubach leitet die geldpolitische Abteilung der US-Notenbank. Die steht kurz vor dem komplizierten Abschied vom Nullzins.

Thomas Laubach sei "Deutscher nur im Namen, nicht in der Politik", kommentiert der Ökonom Adam Posen im Kurznachrichtendienst Twitter. Posen leitet das Peterson Institute for International Economics, zählt zu den gefragtesten Beratern von Zentralbanken weltweit und zu den Deutschland-Kennern unter den US-Wirtschaftsexperten. In den 90er Jahren schrieb er gemeinsam mit Laubach und dessen Doktorvater an der Eliteuni Princeton, dem späteren Fed-Präsidenten Ben Bernanke, Aufsätze über Geldpolitik.

Dass die Nationalität des neuen Leiters der geldpolitischen Abteilung der Federal Reserve überhaupt der Rede wert ist, liegt am wirtschaftspolitischen Streit der vergangenen Jahre. Während in Washington, London und Tokio immer neue außergewöhnliche Hilfen für die Konjunktur ersonnen wurden, legten sich die deutsche Politik, deutsche Ökonomen und besonders die Bundesbank regelmäßig quer - vor allem, wenn es darum ging, der maladen Eurozone zu helfen. "Deutsch" ist in diesem Zusammenhang gleichbedeutend mit "starrsinnig" geworden.

Nun steht also ein Deutscher auf "einem der mächtigsten Jobs in Washington, die keiner kennt", wie es Neil Irwin vom "New York Times"-Blog "The Upshot" beschreibt?

Tatsächlich hielt sich auch Laubachs Vorgänger William English stets im Hintergrund. Die weltbewegenden Entscheidungen über Zinsen oder Anleihenkäufe trifft der von Janet Yellen geführte Offenmarktausschuss aus politischen Beamten und regionalen Fed-Direktoren. Die geldpolitische Abteilung aber liefert - neben der Konjunkturabteilung, für die Laubach zuletzt arbeitete - dafür die entscheidende technische Vorarbeit.

Laubach hat sich dafür mit seiner bereits seit 1997 laufenden Fed-Karriere empfohlen. Yellen lobt ihn als "hoch angesehenen Ökonomen" und "verlässlichen Berater", der mehrere wichtige Politikentscheidungen mit seinen Analysen mit vorbereitet habe.

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