Sonntag, 22. April 2018

Spannungen zwischen USA und Russland Airlines ändern Flugplan wegen Syrien-Krise

Syrische Stadt Duma: Syrische Regierungstruppen haben heute morgen die Kontrolle über die Stadt übernommen

Angesichts der Spannungen wegen eines möglichen Militäreinsatzes der USA und anderer Staaten gegen Syrien haben mehrere Airlines in der Region ihre Flüge vorübergehend umgeleitet. Die libanesische Middle East Airlines änderte ihre Flugrouten zunächst bis Freitagabend. Danach werde die Lage neu bewertet, teilte die Fluggesellschaft auf ihrer Webseite mit. Kuwait Airways strich von Donnerstag an bis auf weiteres alle Flüge zwischen Kuwait-Stadt und der libanesischen Hauptstadt Beirut.

Zuvor hatte die Luftraumüberwachung Eurocontrol alle Airlines auf mögliche Probleme im östlichen Mittelmeer hingewiesen. Die Behörde warnte am Dienstag, dass es "innerhalb der nächsten 72 Stunden" im Luftraum über Syrien zu Raketeneinsätzen kommen könne.

Wegen des andauernden Bürgerkriegs meiden die meisten Fluglinien seit geraumer Zeit den syrischen Luftraum. Nur die syrische Fluggesellschaft Syrian Air bietet nach Angaben des Online-Dienstes flightradar24.com derzeit noch Flüge in dem Land an.

Lufthansa meidet seit längerem den Luftraum

Auch die deutsche Lufthansa Börsen-Chart zeigen steht wegen der angespannten Lage in Nahost nach eigenen Angaben "in engem Austausch mit den Behörden". Der betreffende Luftraum im östlichen Mittelmeer werde "durch die Airlines der Lufthansa Group als proaktive Vorsichtsmaßnahme bereits seit längerem nicht überflogen", sagte Pressesprecher Jörg Waber am Donnerstag.

Am Mittwoch hatte US-Präsident Donald Trump per Twitter als Reaktion auf einen mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien einen Raketenangriff auf das Land angekündigt. Später erklärte das Präsidialamt in Washington, Trump habe noch keinen Zeitplan. Er habe eine Reihe von Optionen und diese seien nicht nur militärisch. Trump wäge derzeit ab, wie er reagieren solle.

Syriens Schutzmacht Russland weist die Vorwürfe gegen Damaskus zurück. Hinter dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad steht auch der Iran, der Syrien am Mittwoch seine Solidarität in einer Auseinandersetzung mit den USA und deren Alliiertem Israel zusicherte.

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