Mittwoch, 19. Dezember 2018

Steve Bannon attackiert Volksrepublik Trumps Chefstratege sieht USA im "Handelskrieg mit China"

Steve Bannon, Chefstratege des Weißen Hauses, sieht die USA in einem Handelskrieg mit China

Nordkorea? Nur ein Nebenschauplatz. Ein Militärschlag gegen das Land? Eigentlich undenkbar. Steven Bannon, der Chefstratege von des Weißen Hauses, setzt lieber auf ein neues Feindbild: Die Großmacht China.

Denn nach Worten von Bannon befinden sich die USA in in einem "Handelskrieg mit China". Und die USA werde diesen verlieren, wenn es keine politische Umkehr gebe. "Ich denke, wir sind fünf, höchstens zehn Jahre von einem Wendepunkt entfernt, von dem wir uns nicht mehr erholen können", sagte Bannon in einem Gespräch mit Robert Kuttner, dem Mitgründer des Informationsportals "The American Prospect".

Kuttners Artikel mit dem Titel "Steve Bannon, reuelos" zeichnet ein beängstigendes Bild des einflussreichen Trump-Beraters. Bannon wird von vielen Medien angelastet, US-Präsident Trump zu seiner desaströsen Strategie nach den rassistischen Ausschreitungen in Charlotteville geraten zu haben.

Doch die weltweite Kritik scheint an Bannon spurlos abzuperlen. "Gut gelaunt" sei Bannon gewesen, als er ihn angerufen habe, berichtet Kuttner. Keine Spur von Zurückhaltung habe er gezeigt.

Den von Trump angeheizten Konflikt mit Nordkorea, der in den vergangenen Tagen für massive Kurseinbrüche an den Börsen sorgte, habe Bannon als "Nebenkriegsschauplatz" bezeichnet. Viel mehr Sorge bereitet Bannon offenbar das Erstarken Chinas. "Einer wird in 25 oder 30 Jahren ein Hegemon sein, und es werden sie (die Chinesen) sein, wenn wir so weitermachen", sagte Bannon. "Sie treiben uns vor sich her."

Ranghöchster US-General widerspricht Bannon

Eine militärische Lösung in Nordkorea hält Bannon im Gegensatz zu den Drohungen von US-Präsident Donald Trump ("Feuer und Wut") für nicht realistisch. "Vergiss es!", sagte er Kuttner. "Es gibt keine militärische Lösung hier, sie haben uns gekriegt." Die USA müssten "wahnsinnig konzentriert" sein auf den Handelskrieg mit China.

Doch über Korea gibt es in der US-Regierung offenbar höchst unterschiedliche Ansichten. Denn nach Ansicht von US-Generalstabschef Joe Dunford muss ein Militäreinsatz gegen das Land als eine Option auf dem Tisch bleiben. Dunford widersprach damit Bannon bei einem Besuch in Peking.

US-Präsident Donald Trump "hat uns beauftragt, zuverlässige und realisierbare Militäroptionen zu entwickeln und genau das tun wir", sagte der ranghöchste US-General am Rande eines Besuchs bei Chinas Präsident Xi Jinping. "Wenn der US-Präsident mit der Entscheidung zu uns kommt, einen Militäreinsatz zu nutzen, werden wir ihm die Optionen präsentieren."

Generalstabschef Dunford hält eine friedliche Beilegung des Konflikts dennoch für möglich: "Ich glaube, dass dafür ein langer Weg zu gehen ist, aber wir sind auf einem Pfad, wo eine friedliche Beilegung des Konflikts möglich scheint", sagte er.

Der südkoreanische Präsident Moon Jae In mahnte zu einer friedlichen Lösung des Nordkorea-Konflikts. "Ich werde einen Krieg um jeden Preis verhindern", sagte Moon in Seoul. Gleichzeitig warnte er das abgeschottete Nachbarland vor weiteren Provokationen. Falls Nordkorea die Entwicklung seiner Interkontinentalraketen abschließe und diese mit Atomsprengköpfen bestücke, wäre aus seiner Sicht eine "rote Linie" überschritten.

Im Konflikt um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm hatte sich der Ton zwischen Washington und Pjöngjang zuletzt deutlich verschärft. US-Präsident Donald Trump drohte Nordkorea mit einem Militäreinsatz. Daraufhin erklärte Pjöngjang, einen Raketenangriff auf Ziele vor der Pazifikinsel Guam vorzubereiten. Am Dienstag versicherte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un dann, er sehe zunächst davon ab, Raketen in Richtung des US-Außengebiets abzuschießen. Dort sind derzeit etwa 6000 US-Soldaten stationiert.

wed/dpa/afp

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