Sonntag, 16. Dezember 2018

Weltweiter Datenaustausch G8 bereiten globale Steuersünderjagd vor 

G8-Staatschef: Absichtserklärung für gemeinsames Schließen von Steuerschlupflöchern

Erst hatten sich nur die EU-Staaten geeinigt, Schritt für Schritt einen automatischen Austausch über Steuerdaten einzuführen. Jetzt wird der Plan wohl zum Modell für die Welt: Die G8 wollen den Datenaustausch zum globalen Standard machen - und weitere Steuerschlupflöcher stopfen.

Enniskillen, Großbritannien - Die Gruppe der sieben führenden Industrieländer und Russlands (G8) hat den Kampf gegen Steuerflucht und Steuerbetrug weltweit verschärft. Die Staats- und Regierungschefs der acht Länder verständigten sich am Dienstag bei ihrem Gipfel in Nordirland auf einen automatischen Informationsaustausch zwischen den Behörden über Steuern. Dies solle global Standard werden.

Zudem sollen weltweit Steuerschlupflöcher geschlossen werden, damit internationale Großkonzerne nicht so leicht ihrer Steuerpflicht durch Kapitalverschiebungen in Steueroasen entfliehen können. Hierzu werde die OECD Ende Juni einen Bericht vorlegen, der in die G20 der wichtigsten Schwellen- und Industrieländer eingebracht werden soll, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Zusammen mit der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) soll dem G8-Beschluss zufolge rasch ein multinationales Modell erarbeitet werden, dass es den Behörden leichter macht, Steuerbetrügern auf die Spur zu kommen und sie zu bestrafen. Darüber hinaus soll international ein Verfahren erstellt werden, wie die Nutzung von Steuer-Schlupflöchern und die damit einhergehende Aufweichung der Steuerbasis in vielen Ländern verhindert werden kann.

Die G8-Staaten USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Kanada, Japan und Russland wollen des weiteren nationale Aktionspläne veröffentlichen, um mit Informationen klar zu machen, "wer wirklich hinter bestimmten Unternehmen und Trusts steht und wer von ihnen profitiert". Die USA, denen in diesem Punkt von Kritikern mangelnde Transparenz vorgehalten wird, kündigten am Rande des G8-Treffens umgehend entsprechende Gesetzesvorhaben an.

kst/rtr

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