Samstag, 23. Juni 2018

Wahl von Manipulationsvorwürfen überschattet Putin gewinnt Russlandwahl mit 76 Prozent

Wladimir Putin

Der russische Präsident Wladimir Putin tritt seine vierte Amtszeit mit einer überwältigenden Mehrheit von 76,67 Prozent der Wählerstimmen an. Dies teilte die Wahlkommisison am Montag nach Auszählung von 99,8 Prozent der Stimmen mit. Demnach übertraf der 65-Jährige noch sein Wahlergebnis von 2012, als er 63,6 Prozent erhalten hatte, und schnitt noch besser ab als in Umfragen vorhergesagt.

Die Wahlbeteiligung lag der Wahlkommission zufolge bei 67,4 Prozent. Putin kann nun sechs weitere Jahre bis 2024 im Amt bleiben, seine Gegenkandidaten ließ er weit hinter sich.

Überschattet wurde die Wahl von Manipulationsvorwürfen: Opposition und Wahlbeobachter meldeten 2700 Verstöße.

Nach russischen Angaben waren mehr als 1300 ausländische Beobachter bei der Wahl aktiv. Allein die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) setzte fast 600 Beobachter ein. Sie will an diesem Montag ihre Einschätzung zur Wahl mitteilen.

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Putins Sieg galt als gesetzt, mit Spannung werden daher Zahlen zur Wahlbeteiligung erwartet. Sie gilt als Indiz für die Stimmung im Land. Eine hohe Beteiligung könnte die Legitimation von Putins Sieg stärken, so die Einschätzung. Das staatliche Fernsehen spricht derzeit von einer Beteiligung von rund 60 Prozent (2012 waren es 65,34 Prozent, 2008 sogar 69,81 Prozent). Der Oppositionelle Alexej Nawalny, der wegen einer umstrittenen Bewährungsstrafe nicht antreten durfte, hatte zu einem Wahlboykott aufgerufen.

la/dpa/reuters

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