Montag, 23. Juli 2018

Ölpreis US-Behörde prüft mögliches Kartell

Sein Land hängt noch immer am Öl-Tropf: US-Präsident Barack Obama

Die US-amerikanische Wettbewerbsbehörde FTC hat einem Pressebericht zufolge damit begonnen, mögliche Manipulationen des Ölpreises zu untersuchen. Die EU verfolgt das Thema bereits seit Mai.

Washington - Nach der EU-Kommission untersuchen einem Medienbericht zufolge nun auch die USA eine mögliche Manipulation des Ölpreises. Die Wettbewerbsbehörde FTC habe Ermittlungen eingeleitet, berichtete die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf zwei eingeweihte Personen. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht.

Die EU-Kommission hatte im Mai mehrere Ölfirmen durchsuchen lassen, darunter BP und Shell. Es besteht der Verdacht, dass sich die Firmen abgesprochen haben bei ihren Angaben gegenüber sogenannten Preisagenturen. Diese Agenturen ermitteln auf Basis der Angaben einen Referenzpreis, der dann als Grundlage für milliardenschwere Abschlüsse im Handel mit Ölprodukten und Derivaten gilt.

Kleine Abweichungen, riesige Auswirkungen

Die Kartellwächter der EU fürchten, dass am Ende der Verbraucher geschädigt wurde. Selbst kleine Abweichungen könnten eine "riesige Wirkung" haben, hieß es von Seiten der europäischen Ermittler.

Der Fall erinnert damit an die Manipulation des Referenzzinssatzes Libor durch Banken, auf dessen Basis etwa Hypothekenzinsen berechnet werden. Auch hier laufen die Untersuchungen beiderseits des Atlantiks. Auch Spekulationen um mögliche Manipulationen bei Devisengeschäfte machen seit Anfang Juni die Runde, nachdem die britische Bankenaufsicht FCA die Devisengeschäfte europäischer Banken unter die Lupe nimmt.

krk/dpa

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