Dienstag, 20. November 2018

Weltwirtschaft brummt OECD erwartet stärkstes Wachstum seit 2011 - und warnt vor Trump

Handel brummt: Trumps Drohungen über Strafzölle sind laut OECD ein "erhebliches Risiko"

Trotz eines drohenden Handelskrieges rechnet die Industriestaaten-Organisation OECD für 2018 mit dem kräftigsten Wachstum der Weltwirtschaft seit sieben Jahren. Sie werde um 3,9 Prozent zulegen, sagte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Dienstag in Paris voraus. Dieses Tempo werde im kommenden Jahr gehalten. Bislang wurden für beide Jahre lediglich 3,6 Prozent erwartet.

Begründet wird die Anhebung zum Teil mit den positiven Folgen der Steuersenkungen in den USA, die das Wachstum der weltgrößten Volkswirtschaft ankurbeln dürften.

"Wir glauben, dass die stärkere Konjunktur für die nächsten paar Jahre halten wird", sagte der stellvertretende OECD-Chefökonom Alvaro Pereira zur Nachrichtenagentur Reuters. "Wir kommen zu normaleren Umständen zurück als das, was wir in den vergangenen zehn Jahren gesehen haben."

Anfällig für Spannungen - Handelskrieg als "erhebliches Risiko"

Die Weltwirtschaft sei jedoch anfällig für Spannungen im internationalen Handel, hieß es mit Blick auf die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium. "Das könnte natürlich die Erholung bedrohen", so Pereira. "Wir sind sicher, dass dies ein erhebliches Risiko darstellt - und wir hoffen, dass es nicht eintritt, da es ziemlich schädlich wäre."

Die OECD hob ihre Wachstumsprognose für die USA auf 2,9 für dieses und auf 2,8 Prozent für kommendes Jahr an. Die dortige Notenbank Fed werde wegen der guten Konjunktur und steigender Inflation in diesem Jahr voraussichtlich vier Mal ihren Leitzins erhöhen, nachdem die OECD bisher nur drei Schritte erwartet hatte. Für Deutschland hob sie ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 2,3 auf 2,4 Prozent an, für 2019 von 1,9 auf 2,2 Prozent. Begründet wird dies mit höheren staatlichen Ausgaben, wie sie der Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD vorsehe.

la/dpa/reuters

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