Donnerstag, 24. Mai 2018

Gesetz gegen Investoren wie Peter Thiel Neuseeland will superreiche Ausländer wieder loswerden

Von Kim Dotcom bis Peter Thiel: Diese Superreichen suchen Zuflucht in Neuseeland
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AFP

Andere Länder werben Superreiche mit Steuerrabatten an, Neuseeland will sie vertreiben. Wie die "Financial Times" berichtet (kostenpflichtig), durchläuft gerade ein Gesetzentwurf Anhörungen des Parlaments, das Käufe von Luxusimmobilien durch Ausländer verbieten würde.

Immobilienentwickler fürchten um ihr in den vergangenen Jahren boomendes Geschäft. "Das wird den Markt austrocknen", warnt Peter Campbell, Gründer der Baufirma Triple Star im Bergort Queenstown auf der Südinsel. Ein Kunde, der 60 Millionen Dollar in der Region investierte, habe ein Bauvorhaben bereits abgesagt.

Die dünn besiedelte Region lockt nicht nur mit ihrer als Filmkulisse bekannten Natur. Gerade, dass sie so abgelegen ist, schätzen viele Superreiche aus Hedgefonds, Silicon Valley oder chinesischen und russischen Firmen. Etliche der Neubauten sind für Selbstversorger ausgelegt, die im Notfall unabhängig von externen Strom-, Wasser oder Nahrungslieferungen sein wollen. Panikräume gehören zur Ausstattung ebenso wie in manchen Fällen auch Atomschutzbunker. Nebenbei versprach das Land bisher Niedrig- bis Nullsteuern und anonyme Trusts.

Neuseeland, sagte LinkedIn-Gründer Reid Hoffman dem "New Yorker", sei im Silicon Valley ein Codewort für "Versicherung gegen Apokalypse". Ein Haus in Neuseeland zu kaufen, sei wie "ein Handschlag der Freimaurerloge" der Prepper, die der Zivilisation misstrauen.

Besondere Furore machte Peter Thiel, der als früher Investor von Paypal Börsen-Chart zeigen und Facebook Börsen-Chart zeigen bekannt wurde und aktuell dem Valley den Rücken kehren will, wo er mit seiner offensiven Werbung für Donald Trump manche liberale Kollegen vor den Kopf stieß.

Der gebürtige Deutsche und "stolze Amerikaner", der in der Vergangenheit auch schon das Projekt einer fernab jeder staatlichen Kontrolle schwimmenden libertären Schiffsnation finanzierte, wurde 2017 als Doppelstaatsbürger geoutet. Schon 2011 hatte Thiel demnach, nach nur wenigen Kurzbesuchen und einem Treffen mit dem damaligen konservativen Premier John Key, den neuseeländischen Pass bekommen.

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