Dienstag, 20. November 2018

Erstmals seit fast 30 Jahren Ratingagentur Moody's stuft China herab

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Die US-amerikanische Ratingagentur Moody's schätzt Chinas Kreditwürdigkeit schlechter ein. Das Rating wurde um eine Stufe gesenkt, von A1 auf Aa3. Es ist die erste Herabstufung Chinas seit 1989.

Grund für die schlechtere Einschätzung sind laut Moody's Befürchtungen, Chinas bisherige finanzielle Stärke könnte in den kommenden Jahren leiden. Erwartet würden stark steigende Schulden bei zugleich abnehmenden Wachstumsraten.

Chinas Finanzministerium reagierte scharf. Die Ratingagentur überschätze die Risiken der chinesischen Wirtschaft und wende eine "ungeeignete Methodik" an. Moody's überschätze die Schwierigkeiten, denen die chinesische Wirtschaft derzeit ausgesetzt sei und unterschätze die Reformbemühungen. Die Konjunktur werde stabil und relativ schnell wachsen. Die Schuldenrisiken für die Jahre 2018 bis 2020 würden sich nicht wesentlich von denen im Jahr 2016 unterscheiden.

Streitpunkt ist unter anderem, ob von der Führung in Peking ergriffene Reformen ausreichen werden, um einen erwarteten Anstieg des Schuldenstands in allen Wirtschaftszweigen zu begrenzen.

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Chinas Wirtschaft war im ersten Quartal mit 6,9 Prozent überraschend stark gewachsen, doch rechnen Beobachter für den Rest des Jahres eher mit einer Abschwächung. Im vergangenen Jahr waren 6,7 Prozent Wachstum erreicht worden, während die Vorgabe für dieses Jahr bei rund 6,5 Prozent liegt.

Nach Meinung von Wirtschaftsexperten hält Peking die Wirtschaft vor allem durch Konjunkturprogramme am Leben.

dpa/reuters/mh

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