Montag, 1. Mai 2017

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Mittelabflüsse in Milliardenhöhe Wie China unter der Reiselust seiner Bürger leidet

Shoppende Chinesin: Die Einkaufsfreude wird volkswirtschaftlich immer mehr zum Problem

Chinesische Touristengruppen gehören in den europäischen Metropolen bereits fest zum Straßenbild. Für die chinesische Wirtschaft wird die Reiselust ihrer Landsleute aber immer mehr zum Problem. Schließlich gehen dem Land Konsumausgaben in dreistelliger Milliardenhöhe verloren.

Hamburg/Peking - Jahrelang waren die Deutschen die unangefochtenen Reiseweltmeister. Vor zwei Jahren ist der Titel nun in die Hand der Chinesen gelangt, deren wachsende Mittelschicht auch angesichts der Umweltverschmutzung im eigenen Land, immer mehr Gefallen daran findet, ins Ausland zu reisen.

Mit drastischen Folgen für die chinesische Wirtschaft. Denn da das eigene Land für ausländische Reisende offenbar deutlich weniger interessant zu sein scheint als für Chinesen das Ausland, hat sich in den vergangenen Jahren ein erkleckliches Leistungsbilanzdefizit angehäuft.

In diesem Jahr allein wohl von mehr als 100 Milliarden Dollar, wie das Analysehaus China Tourism Academy am Dienstag schätzte. Und in Zukunft, so die Experten, dürfte es noch deutlich wachsen.

Alleine in diesem Jahr dürften rund 116 Millionen Chinesen nach den Voraussagen der Marktforscher im Ausland rund 155 Milliarden Dollar ausgeben, rund ein Fünftel mehr als noch im Vorjahr.

Gleichzeitig geht der Reisestrom nach China zurück. In den ersten sechs Monaten blieben der nationalen Tourismusbehörde zufolge lediglich 26,83 Millionen Menschen länger als einen Tag in der Volkrepublik - 2,4 Prozent weniger als noch im Vorjahr. Dort generierten sie aktuellen Zahlen zufolge 24, 8 Dollar Milliarden Umsatz.

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