Sonntag, 21. Oktober 2018

Reaktion auf US-Strafzölle Mexiko erhebt 20 Prozent Strafzoll auf US-Schweinefleisch

Mexiko erhebt einen Strafzoll auf Schweinefleisch aus den USA

Mexiko holt im Streit um US-Importzöllen auf Aluminium und Stahl zum Gegenschlag. Das Land verhängt seinerseits Einfuhrzölle von 20 Prozent auf Schweinefleisch aus den Vereinigten Staaten. Sie sind Teil der Vergeltungsmaßnahmen der mexikanischen Regierung für die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle gegen das Nachbarland, erklärten Vertreter des Dachverbands der mexikanischen Fleischproduzenten.

Die Zölle sollen für Schweinebeine und -schultern in gefrorenem wie im frischen Zustand gelten. Damit seien 90 Prozent der Schweinefleischimporte aus den USA von den Zöllen betroffen. Das Volumen der Schweinefleischeinfuhren aus den USA beträgt gut eine Milliarde Dollar pro Jahr.

Die angekündigten Zölle setzten der Währung des mittelamerikanischen Landes zu. Im Gegenzug stieg der Kurs des Dollar am Dienstag um bis zu 0,7 Prozent und lag mit 20,2077 Peso so hoch wie zuletzt vor mehr als einem Jahr.

Der Streit überschattet die Gespräche zur Überarbeitung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta. Den Experten der ING Bank zufolge könnte US-Präsident Donald Trump den Schritt Mexikos als Rechtfertigung für einen Ausstieg aus dem Vertrag nutzen.

Ob die Importzölle auf Schweinfleisch selbiges in Mexiko verteuern werden, darüber gehen die Meinungen auseinander. Einzelne mexikanische Fleischproduzenten erwarten laut Nachrichtenagentur Reuters Preissteigerungen von 15 bis 16 Prozent. Heriberto Hernandez, Präsident von Mexikos führender Vereinigung von Schweinefleisch-Produzenten Oporpa, erklärte hingegen, er erwarte keinen Preisanstieg durch den Zollaufschlag. Es gebe Alternativen zu den US-amerikanischen Fleischlieferanten.

Erst im April hatten sich die EU und Mexiko darauf geeinigt, dass Agrarausfuhren wie Schweinefleisch und Geflügel aus der EU nach Mexiko von Zöllen befreit sein sollen.

rei/dpa/(Reuters

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH