Montag, 20. November 2017

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Trotzreaktion auf arabisches Ultimatum Katar will die Welt jetzt erst recht mit Gas fluten

LNG-Produktionsanlagen in Katars Industriezone Ras Laffan

In der Nacht zu Mittwoch ist das Ultimatum der arabischen Nachbarstaaten an das Emirat Katar verstrichen. Einen Brief erhielten die Außenminister zwar, die nun in Kairo über Konsequenzen beraten. Seinen Kurs zu ändern, verweigert der reiche Kleinstaat jedoch.

Im Gegenteil: Wie CNN berichtet, beschleunigt Katar seine wirtschaftliche Expansion jetzt erst recht - mit Folgen für den Weltmarkt für Energierohstoffe, von dem besonders die Nachbarstaaten abhängen.

Am Dienstag verkündete Saad Sheriba Al-Kaabi, Chef des Staatskonzerns Qatar Petroleum, eine Verdopplung der Ausbaupläne im North Field, dem weltgrößten Erdgasfeld. "In fünf bis sieben Jahren wird dieses Projekt die katarische Produktion auf rund sechs Millionen Fass Erdöläquivalent pro Tag steigern", erklärte Al-Kaabi.

Katar, bereits jetzt Weltmarktführer im Export von verflüssigtem Erdgas (Liquefied Natural Gas, LNG), würde seine Ausfuhren um 30 Prozent steigern - während die Nachfrage nach Schätzung von Shell Börsen-Chart zeigen um 4 bis 5 Prozent jährlich zunimmt.

Das kleine Emirat, dank Erdgas zum (pro Kopf gerechnet) reichsten Land der Welt aufgestiegen, ist jedoch nicht allein mit seinen Expansionsplänen. Am Montag unterzeichnete Konzernchef Patrick Pouyanné in Teheran einen Vertrag über Milliardeninvestitionen des französischen Multis Total Börsen-Chart zeigen in das iranische Gasfeld South Pars. Nach dem weitgehenden Ende jahrelanger westlicher Sanktionen gegen Iran, so die Hoffnung, locken hier die letzten großen billigen Energiereserven der fossilen Welt.

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