Mittwoch, 18. Juli 2018

Bemerkenswertes Stimmungsbild Harley-Mitarbeiter könnten Jobs verlieren - aber stehen zu Trump

Harley-Davidson-Montage in Menomonee Falls, Wisconsin: Mitarbeiter des Werks könnten wegen der Produktionsverlagerung ihre Jobs verlieren - doch sie stehen weiterhin zu US-Präsident Trump.
Getty Images
Harley-Davidson-Montage in Menomonee Falls, Wisconsin: Mitarbeiter des Werks könnten wegen der Produktionsverlagerung ihre Jobs verlieren - doch sie stehen weiterhin zu US-Präsident Trump.

Diese beachtliche Wendung im weltweiten Handelsstreit beschäftigt seit Tagen Medien und Öffentlichkeit: Zuerst hatten die USA Sonderzölle auf die Einfuhr von Aluminium und Stahl unter anderem aus der Europäischen Union (EU) verhängt. Darauf antwortete die EU ihrerseits mit höheren Abgaben auf Produkte aus den USA - unter anderem auf Motorräder der Marke Harley-Davidson. Und ausgerechnet jenes Ur-amerikanische Unternehmen kündigte zuletzt an, angesichts der höheren Belastungen einen Teil der Produktion aus den USA zu verlegen.

Dass US-Präsident Donald Trump darüber alles andere als erfreut sein kann, ist klar: Seine Politik soll grundsätzlich darauf abzielen, Jobs in den USA zu schaffen. Die Reaktion des Motorradherstellers deutet nun darauf hin, dass Trump mit seinem Vorgehen im Handelskonflikt womöglich das genaue Gegenteil erreichen könnte.

Zu allem Überfluss handelt es sich bei Harley-Davidson nicht um irgendein Unternehmen. Die Firma ist US-Kult, ihre Chopper-Maschinen stehen als Symbol für den amerikanischen Lifestyle sowie für den dort so weit verbreiteten Traum von Freiheit und Unabhängigkeit.

Trump reagierte auf Twitter bereits entsprechend verschnupft auf die Nachricht aus der Harley-Zentrale:

Bemerkenswert erscheint vor dem Hintergrund allerdings die Reaktion einiger Mitarbeiter von Harley-Davidson, über die die "Financial Times" berichtet. Die Zeitung hat Angestellte des Unternehmens in einer Fabrik im US-Staat Wisconsin zu ihrer Meinung zu den Vorgängen befragt. Leute also, die in den Vereinigten Staaten für Harley-Davidson arbeiten, und die nach einer Produktionsverlagerung ins Ausland möglicherweise ihre Jobs verlieren könnten. Und das zumindest auf den ersten Blick, weil sich der US-Präsident in ein Kräftemessen auf der internationalen Bühne begeben hat.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH