Dienstag, 26. März 2019

Annäherung im Handelsstreit China sagt USA offenbar Billionen-Käufe zu

Annäherung in Washington: Eine US-amerikanische und chinesische Delegation haben ihre Gespräche um zwei Tage verlängert

Die USA und China sind sich im Handelsstreit in einigen Punkten offenbar deutlich näher gekommen. Sie zeigen sich zuversichtlich, dass es ein Abkommen geben wird. Womöglich könnten es US-Präsident Donald Trump und Staatschef Xi Jinping schon bei einem Treffen im März besiegeln. An der US-Börse gab es dafür reichlich Vorschusslorbeeren.

Im Handelsstreit zwischen den USA und China gibt es offenbar eine Verständigung in einem wichtigen Punkt. Wie der US-Sender CNBC am Freitag berichtete, sagte China in den Verhandlungen zu, Güter im Wert von bis zu 1,2 Billionen Dollar aus den USA zu kaufen.

In einem anderen zentralen Punkt lägen beide Seiten aber weit auseinander, nämlich in der Frage des geistigen Eigentums. US-Präsident Donald Trump wirft der Volksrepublik umfangreichen Technologieklau vor. Außerdem stört er sich am riesigen Defizit seines Landes im Warenhandel mit China. CNBC berief sich auf mit der Situation vertraute Kreise.

Trump wollte den Bericht nach einem Treffen US-amerikanischer und chinesischer Delegationen nicht bestätigen. Die USA und China zeigten sich aber zuversichtlich, ihren seit Monaten anhaltenden Handelsstreit beilegen zu können.

An der Börse verteilten Anleger am Freitag in der Hoffnung auf ein Abkommen schon reichlich Vorschusslorbeeren und griffen bei Aktien beherzt zu: Das trieb den Dow Jones Börsen-Chart zeigen erstmals seit Anfang November über die Marke von 26.000 Punkten. Der Leitindex schloss 0,70 Prozent höher bei 26.031 Zählern. Auf Wochensicht verbuchte der Index ein Plus von 0,6 Prozent.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Abkommen vereinbart werde, sei nun höher als die, dass es keines geben werde, sagte US-Präsident Donald Trump am Freitagabend (Ortszeit) nach den Gesprächen. Auch Chinas Vize-Ministerpräsident Liu He sprach nach dem Treffen von "deutlichen Fortschritten". China sei bereit, große Anstrengungen zu unternehmen, um eine Einigung zu erzielen.

Spitzentreffen von Trump und Xi wohl im März

Trump sagte, dass er seinen chinesischen Kollegen Xi Jinping wahrscheinlich im März in Florida treffen werde, um über die wichtigsten Punkte einer Handelseinigung zu entscheiden. Allerdings schränkten Unterhändler ein, dass es noch zahlreiche Hürden gebe. Die Gespräche mit der chinesischen Delegation in der US-Hauptstadt wurden um zwei Tage verlängert.

US-Finanzminister Steven Mnuchin zufolge wurde bei dem Treffen eine konkrete Übereinkunft in Währungsfragen erzielt. Der Handelsbeauftragte Robert Lighthizer sprach seinerseits von Erfolgen bei Technologie-Transfers. Details dazu wurden aber nicht genannt. US-Handelsminister Wilbur Ross schrieb auf Twitter, China habe sich verpflichtet, weitere zehn Millionen Tonnen US-Sojabohnen zu kaufen.

US-Präsident Donald Trump, Chinas Präsident Xi Jinping (hier April 2017) könnten sich womöglich im März treffen

Zwar hat Trump eine Frist bis Anfang März gesetzt und gedroht, ohne eine Einigung danach neue Strafzölle gegen China zu erheben. Aber er zeigte sich geneigt, einer Verständigung mehr Zeit einzuräumen. Damit würde zunächst eine weitere Eskalation im Handelsstreit der beiden größten Wirtschaftsmächte der Welt vermieden, die sich seit Monaten mit Zöllen und Gegenzöllen überziehen.

Trump stört sich am hohen US-Defizit im Warenaustausch mit China und wirft der Volksrepublik unfaire Handelspraktiken sowie Diebstahl geistigen Eigentums vor. China bestreitet die Anschuldigungen. Der Konflikt lastet auf der Weltwirtschaft.

Abkommen könnte womöglich auch Streit mit Huawei beilegen

Der genaue Umfang einer Vereinbarung blieb weiter unklar. Trump zufolge könnte auch der Streit zwischen der US-Regierung und den chinesischem Telekomausrüstern Huawei und ZTE Gegenstand des Abkommens sein. Das Justizministerium in Washington hat Anklage gegen den Huawei-Konzern erhoben, der in seiner Branche Weltmarktführer ist und beim neuen Mobilfunkstandard 5G eine herausragende Rolle spielt. Die US-Regierung befürchtet nach eigenen Angaben, dass das Unternehmen chinesische Spionage ermöglichen könnte. Huawei weist dies zurück. Zunächst war nicht klar, wie der Konflikt im Rahmen eines Handelsabkommens gelöst werden könnte.

rei mit Reuters

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