Mittwoch, 19. Dezember 2018

China verschärft den Ton "Die USA haben den Handelskrieg begonnen"

China verschärft den Ton: Der Zollstreit zwischen China und USA eskaliert

Im Handelsstreit zwischen China und den USA verschärft die Volksrepublik den Ton und wirft den USA Kriegstreiberei vor. Die Volksrepublik und die USA hätten Gespräche geführt und diese seien gut vorangekommen, doch die Regierung in Washington habe das ignoriert und einen Handelskrieg angezettelt, sagte Vize-Handelsminister Wang Shouwen am Donnerstag.

"Die Vereinigten Staaten haben den Handelskrieg begonnen", so Shouwen. Die USA seien ein Rüpel ("bully"), dem man "die Waffe" abnehmen müsse. China werde sich verteidigen.

Zugleich erneuerte China jedoch auch ein Gesprächsangebot. Der Weg für Gespräche müsse geebnet werden. Dabei dürften die USA China aber nicht die Pistole auf die Brust setzen und müssten auch zu ihrem Wort stehen. Wang äußerte sich vor Journalisten am Sitz der Welthandelsorganisation WTO in Genf.

US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich eine neue Runde im Handelskonflikt mit China eingeläutet, indem er eine Ausweitung der Abgaben auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar androhte. Auf diese Waren sollen zusätzlich zehn Prozent bei der Einfuhr in die USA fällig werden - darunter Nahrungsmittel, Kohle und Unterhaltungselektronik. Die Maßnahmen sollen in zwei Monaten greifen.

China kündigte ein entschlossene Reaktion an. Auf vorherige US-Sonderzölle hat China bereits mit Gegenzöllen reagiert. Für Peking ist

Trumps Politik ein echter Stresstest.

Neue Runde im Zollstreit

Die Regierung in Peking werde zudem eine Klage bei der Welthandelsorganisation WTO einreichen. Trumps Handelsbeauftragter Robert Lighthizer verteidigte dagegen die US-Linie. Die Regierung habe China mehr als ein Jahr lang aufgefordert, eine unfaire Handelspolitik zu beenden, den eigenen Markt zu öffnen und sich dem Wettbewerb zu stellen. Statt auf diese Sorgen einzugehen, übe China Vergeltung: "Für einen solchen Schritt gibt es keine Rechtfertigung."

Stresstest für Xi: Was die EU von Trump lernen kann

Die Regierung in Washington hatte bereits in der vergangenen Woche zusätzliche Zölle auf chinesische Waren im Wert von 34 Milliarden Dollar eingeführt, worauf China mit Gegenmaßnahmen reagierte. Zuvor hatten sich die USA bereits mit Schutzzöllen auf Stahl und Aluminium vor ausländischer Konkurrenz abgeschottet.

In der neuen Liste der USA tauchen Stahl und Aluminium erneut auf, wodurch diese Einfuhren weiter verteuert werden dürften.

Sollte sich der Konflikt weiter hochschaukeln, drohe eine gefährliche Eskalationsspirale in Gang zu kommen, befürchtet Chefökonom Uwe Burkert von der Landesbank LBBW: "Die Zahlen sind gewaltig, die Aufheizung des Konflikts dramatisch." Bislang sei die Belastung für viele Firmen und Verbraucher jedoch noch verhältnismäßig gering.

"Zölle sind schlicht und ergreifend Steuern"

In Trumps eigener Partei regt sich bereits Kritik an den Plänen. Sie seien "leichtsinnig" und nicht zielgerichtet, sagte der republikanische Kongressabgeordnete Orrin Hatch, der im Senat dem Finanzausschuss vorsitzt.

Auch die US-Handelskammer beklagte die Entscheidung. "Zölle sind schlicht und ergreifend Steuern." Die neuen Abgaben verteuerten Waren für Familien, Bauern, Arbeiter und Firmen. Der Einzelhandelsverband Rila erklärte, Trump habe sein Versprechen gebrochen, den Schaden für die Verbraucher so gering wie möglich zu halten.

la/dpa/reuters

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