Montag, 17. Dezember 2018

Endlich verständlich G20 in Hamburg - alle Fakten über den Klub der Mächtigen

8. Teil: Was ist ein Gipfel-Sherpa?

Der Begriff bezeichnet ein Bergvolk im Himalaya, das vor 500 Jahren aus weiter östlich gelegenen Gebieten Tibets einwanderte. In der neueren Zeit sind Sherpas vor allem als Träger und Bergführer bei Expeditionen bekannt, die westlichen Bergsteigern beim Ersteigen der Gipfel des Himalaya helfen.

Die Hauptlast bei den G20-Gipfeln ruht ebenfalls auf den Schultern von sogenannten Sherpas. Der Begriff hat sich eingebürgert als Bezeichnung für die jeweiligen Chefunterhändler, die vor und während der Tagungen die Strippen ziehen - und im besten Falle dafür sorgen, dass die meisten Probleme längst gelöst sind, wenn die Staats- und Regierungschefs selbst zum Treffen einfliegen.

Im Falle von Angela Merkel heißt der Sherpa Lars-Hendrik Röller. Der Wirtschaftsprofessor ist wirtschafts- und finanzpolitischer Berater der Kanzlerin und Leiter der Abteilung 4 im Kanzleramt (Wirtschafts-, Finanz- und Energiepolitik). Die G20-Sherpas treffen sich ebenfalls im Vorfeld des Gipfels. Die Tätigkeit als Sherpa ist oft ein Sprungbrett für die weitere Karriere: Bundesbank-Chef Jens Weidmann war bis 2011 ebenfalls Sherpa.

Deutscher Chefunterhändler Lars-Hendrik Röller

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