Dienstag, 11. Dezember 2018

Wirtschaftswachstum Frankreichs Wirtschaft verlässt Rezession

Wirtschaftsleistung in Frankreich: Zuletzt unerwartet 0,5 Prozent im Plus

Die französische Wirtschaft hat die Rezession hinter sich gelassen. Sie wuchs im zweiten Quartal um überraschend starke 0,5 Prozent. Zuletzt hatte Frankreich Anfang 2011 einen noch stärkeren Zuwachs geschafft. Wachstumsstütze war der private Konsum.

Paris - Die französische Wirtschaft hat die Rezession hinter sich gelassen. Sie wuchs im zweiten Quartal um überraschend starke 0,5 Prozent, teilte das Statistikamt Insee am Mittwoch mit. Das ist das stärkste Wachstum seit Amtsantritt von Präsident François Hollande vor 15 Monaten. Zuletzt hatte Frankreich Anfang 2011 einen noch stärkeren Zuwachs geschafft. Wachstumsstütze war der private Konsum. Dabei spielte das ungewöhnlich kühle Wetter eine Rolle, das die Heizkosten in die Höhe trieb. Auch die Industrieproduktion legte zu und trieb damit die Konjunktur an.

"Das starke Wachstum im zweiten Quartal wird Hollande einen Schub geben, weil er nun sagen kann, dass die Erholung eingesetzt hat", sagte Diego Iscaro, Volkswirt bei IHS Global Insight. Doch zugleich sei die Arbeitslosigkeit nach wie vor hoch und die Gewinne der Unternehmen stünden unter Druck. Ferner zeichneten sich für 2014 weitere Sparrunden ab. "Es wäre schon sehr optimistisch, wenn man davon ausgeht, dass sich das sehr gute Ergebnis des zweiten Quartals wiederholen lässt", sagte Iscaro.

Vor Bekanntgabe der Daten hatte die Statistikbehörde einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent in diesem Jahr vorhergesagt. In diesem Umfeld halten sich die Franzosen mit Investitionen zurück: Hier gab es im Frühjahr bereits das sechste Quartal in Folge ein Minus. Besonders die Privathaushalte gaben weniger aus. Bei den Unternehmen verlor der Rückgang der Investitionen allerdings an Tempo.

Ende 2012 und Anfang 2013 war das Bruttoinlandsprodukt der zweitgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone jeweils um 0,2 Prozent geschrumpft. Die deutsche Wirtschaft schaffte im Frühjahr ein überraschend starkes Comeback: Die Wirtschaftsleistung legte um 0,7 Prozent zu, das ist das größte Plus seit einem Jahr. Mit dem robusten Wachstum in der größten und zweitgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone zeichnet sich ein Ende der Rezession in dem Währungsraum ab. Eurostat veröffentlicht noch am Vormittag eine erste Schätzung, Volkswirte rechnen für die Euro-Zone mit einem Wachstum von 0,2 Prozent.

kst/rtr

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