Samstag, 3. Dezember 2016

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Fracking-Boom macht's möglich USA heben Öl-Exportverbot gut 40 Jahre nach der Ölkrise auf

Ölförderung in Texas: Nach mehr als 40 Jahren dürfen Energieunternehmen wieder Rohöl aus den USA exportieren

Seit der Ölkrise im Jahr 1973 durften die Energiekonzerne kein Rohöl aus den USA ausführen - jetzt ist das Exportverbot Medienberichten zufolge gefallen. Republikaner und Demokraten einigten sich im Rahmen ihrer Haushaltsberatungen auf diesen Schritt, den die Rohstoffindustrie umgehend bejubelte.

Möglich macht den noch vor wenigen Monaten kaum für möglich gehaltenen Politikumschwung die unkonventionelle Fördermethode Fracking. Dank dieser Technik hat sich die US-Ölproduktion in den vergangenen Jahren vervielfacht. Amerika ist so weit weniger abhängig von Ölimporten geworden.

Die Schwemme hat den Ölmarkt weltweit in Turbulenzen gebracht. Derzeit notiert der Preis für den Rohstoff auf einem so niedrigen Niveau wie zu Zeiten der Finanzkrise. Die US-Sorte WTI litt stärker unter dem Preisverfall als die internationale Notierung Brent - auch weil das Fracking-Öl die USA bis dato nicht verlassen durfte. Der Ölpreisverfall habe die Änderung erforderlich gemacht, sagte der Chef des Ölförderers Hess, John Hess.

Ölpreis im freien Fall

Nun haben sich die Notierungen bereits wieder angenähert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Januar kostete am späten Mittwoch Nachmittag 37,35 US-Dollar. Das waren 1,10 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI sank um 1,38 Dollar auf 35,96 Dollar. Grund für den weiteren Preisrutsch waren gestiegene US-Lagerbestände.

In den USA ist das Ende des Ölexport-Verbots Top-Wirtschaftsthema. Dabei erwarten manche Experten gar nicht, dass es kurzfristig viel ändert, meint Eugen Weinberg, Rohstoffexperte bei der Commerzbank. "Denn die USA haben aufgrund der schrittweisen Lockerung des Verbots auch schon in den letzten Monaten verstärkt Rohöl exportiert." Außerdem sei das US-Ölpreislich nur bedingt interessant für ausländische Käufer, so Weinberg. Eine wesentliche Erhöhung der Exporte sei daher nicht zu erwarten.

Bei ihren Haushaltsberatungen haben sich Republikaner und Demokraten auch auf Steuererleichterungen für das Jahr 2016 geeinigt. Über das 1,1 Billionen US-Dollar schwere Budget soll voraussichtlich Ende der Woche abgestimmt werden. Die Republikaner veröffentlichten den Text des mehr als 2000 Seiten langen Haushalts für die größte Volkswirtschaft der Welt in der Nacht zum Mittwoch.

Der Entwurf enthält unter anderem höhere Verteidigungsausgaben. Wegen verlängerter Steuererleichterungen dürfte sich das Haushaltsdefizit der USA zudem um Hunderte Milliarden Dollar erhöhen.


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nis/dpa/rtr/afp

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