Mittwoch, 12. Dezember 2018

Kampf gegen den Plastikmüll Super-Enzym frisst PET-Flaschen

Plastikmüll am Strand in der Nähe von Ghana: Rund acht Millionen Tonnen Plastik landen jedes Jahr in den Weltmeeren

Durch Zufall haben Forscher aus den USA und Großbritannien ein Plastik zerstörendes Enzym geschaffen, welches das Problem der Vermüllung beheben könnte. Die Wissenschaftler der britischen Universität Portsmouth und des Labors für erneuerbare Energien des US-Energieministeriums hatten ein in Japan entdecktes Bakterium untersucht, welches den Kunststoff Polyethylenterephthalat (PET) "frisst", aus dem viele Plastikflaschen hergestellt sind.

Das US-britische Forscherteam wollte untersuchen, wie eines der Enzyme des Bakteriums, das PETase, funktioniert. "Aber sie sind etwas weiter gegangen und haben aus Versehen ein Enzym hergestellt, das noch effizienter ist, um PET-Plastik zu zersetzen", heißt es in der am Montag in der Fachzeitschrift "Proceedings of the American Academy of Sciences" (PNAS) veröffentlichten Studie. Diese "moderate" Verbesserung weise darauf hin, dass es noch Raum für weitere Fortschritte zum Recycling des "ständig wachsenden Bergs von Plastikmüll" gebe, sagt Professor John McGeehan von der University of Portsmouth.

Mehr als acht Millionen Tonnen Plastik landen jedes Jahr in den Weltmeeren. Es herrscht zunehmend Besorgnis über die Folgen für die Umwelt und die menschliche Gesundheit, denn trotz Recycling-Bemühungen bleibt die große Mehrheit des Plastikmülls über hunderte Jahre erhalten. Die Wissenschaft ist daher auf der Suche nach Methoden, um den Kunststoff zu vernichten.

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Nach ihrer Zufallsentdeckung wollen die Wissenschaftler versuchen, das Enzym zu perfektionieren, damit es eines Tages zur industriellen Vernichtung von Plastik verwendet werden kann.

mg/AFP/dpa-afx

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