Mittwoch, 22. November 2017

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US-Präsident legt Teil seiner Finanzen offen Trump schuldet Deutscher Bank mindestens 130 Millionen Dollar

Donald Trump, Deutsche-Bank-Kunde.

Donald Trump legt seine Finanzen teilweise offen. Der US-Präsident besaß im vergangenen Jahr 565 Firmen und hat Schulden in Höhe von mehreren Hundert Millionen Dollar - einen großen Teil davon bei der Deutschen Bank.

US-Präsident Donald Trump gibt Einblicke in seine Finanzen. Im vergangenen Jahr herrschte der Milliardär als Geschäftsmann über ein Geflecht von 565 Einzelfirmen, nahm mindestens 594 Millionen Dollar ein - und machte mindestens 315 Millionen Dollar Schulden, einen großen Teil davon bei der Deutschen Bank.

Das geht aus einem Formular hervor, das Trump diese Woche beim Büro für Regierungsethik eingereicht hat und das von diesem am Freitag veröffentlicht wurde. Die Unterlagen sind nicht annähernd so genau wie ein Steuerbescheid, dessen Veröffentlichung Trump weiterhin schuldig bleibt. In den USA war es für US-Präsidenten sowie für Bewerber für das Amt bisher üblich, diese Unterlagen zu veröffentlichen.

Dem Formular zufolge trat Trump von den meisten Chefposten seiner Firmen am 19. Januar 2017 zurück, einen Tag vor seiner Amtseinführung. Andere Positionen hatte er dem Papier zufolge bereits zuvor abgegeben.

Donald Trump profitiert von seiner Präsidentschaft

Aus den Unterlagen geht zudem hervor, dass sich die Schulden des Immobilienmilliardärs bei einer US-Tochter der Deutschen Bank, der Deutsche Bank Trust Company America, auf mindestens 130 Millionen Dollar belaufen, davon alleine mehr als 50 Millionen für das umstrittene Old Post Office in der Nähe des Weißen Hauses in Washington. Es war erst kürzlich in ein Hotel umgewandelt worden. Trump soll damit bereits knapp 20 Millionen Dollar umgesetzt haben. Auch in seinem Domizil Mar-a-Lago in Florida hat Trump Zugewinne erzielt.

Insgesamt legen die Zahlen nahe, dass Trump durch die Steigerung seines Bekanntheitsgrades im Wahlkampf und im Amt Mehreinnahmen bei seinen Geschäften erzielen konnte, vor allem aus seinen Hotels und Golfklubs. Die Geschäfte wurden zwar auf seine Söhne Eric und Donald Jr. übertragen - nach Auffassung der Ethik-Kommission jedoch nicht ausreichend.

Trumps Schulden spielen auch in der Russlandaffäre eine Rolle

Insbesondere die Schulden bei der Deutschen Bank waren zuletzt im Zusammenhang mit der Russlandaffäre um Trump verstärkt in den Fokus geraten. Kongressabgeordnete der oppositionellen Demokraten forderten von dem Institut umfassende Angaben zu seinem republikanischen Kunden.

Sie beklagten, dass das US-Parlament im Unklaren darüber gelassen werde, ob Kredite der Bank an Trump von der russischen Regierung garantiert worden seien oder ob sie anderweitig in Verbindung zu Russland gestanden hätten. Die Bank lehnte dies unter Verweis auf Datenschutzgründe ab.

Die Russland-Ermittlungen haben in den vergangenen Tagen immer weitere Kreise gezogen und setzen Trump zunehmend unter Druck. Das Justizministerium, mehrere Kongressausschüsse und ein Sonderermittler sollen klären, ob die Präsidentenwahl von Russland beeinflusst wurde und ob es geheime Absprachen zwischen Trumps Team und Vertretern der Regierung in Moskau gab. Russland hat entsprechende Vorwürfe zurückgewiesen. Auch Trump bestreitet, dass es Absprachen gab.

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