Dienstag, 26. März 2019

"Keine Eile" Trump und Kim beenden Gipfel ohne Einigung

Donald Trump (rechts) und Kim Jong Un bei einem Spaziergang in Hanoi

Der Gipfel von US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un ist am Donnerstag ohne die angekündigte Einigung zu Ende gegangen. Trump und Kim hätten verschiedene Wege diskutiert, um die atomare Abrüstung und die von Trump in Aussicht gestellte wirtschaftliche Entwicklung Nordkoreas zu erreichen, teilte das Weiße Haus mit. "Zu diesem Zeitpunkt wurde noch keine Einigung erzielt."

Nach Angaben von Trump wollte Kim alle Sanktionen gegen sein Land aufgehoben haben. "Wir konnten das nicht tun", sagte Trump nach Ende des Gipfels vor Journalisten. Die nordkoreanische Seite war Trump zufolge bereit, atomar abzurüsten, aber nicht in einer Weise wie von den USA gefordert "Sie waren bereit, einen großen Teil zu denuklearisieren (atomar abzurüsten), aber nicht da, wo wir es wollten.", sagte Trump. "Wir mussten davon Abstand nehmen."

Das Weiße Haus sprach dennoch von "sehr guten und konstruktiven Treffen" in Hanoi. Die "jeweiligen Teams" der USA und Nordkoreas würden die Gespräche fortsetzen.

Das Weiße Haus hatte für Donnerstag ursprünglich die Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung durch Trump und Kim angekündigt. Trumps Sprecherin Sarah Sanders teilte dann am Donnerstag mit, die Pressekonferenz Trumps zum Abschluss des Gipfels werde um zwei Stunden auf 14.00 Uhr (Ortszeit/8.00 Uhr MEZ) vorgezogen. Zu diesem Zeitpunkt hätte die Erklärung unterzeichnet werden sollen. Das geplante gemeinsame Arbeitsessen am Mittag fand nicht statt. Trump wollte noch am Donnerstag die Rückreise in die USA antreten. Tags zuvor hatte Trump aber noch mit dem Vietnamesischen Präsidenten Nquyen Phu Trong der Vertragsunterzeichnung beigewohnt, nach der die vietnamesischen Airlines VietJet und Bamboo Airlines zusammen zehn Boeing 787 Dreamliner kaufen.

Die Fahrzeugkolonnen Trumps und Kims verließen das Hotel Metropole, in dem der Gipfel stattfand, am Donnerstag um 13.25 Uhr (7.25 Uhr MEZ). Kims Konvoi kehrte ins Meliá Hotel zurück, in dem die nordkoreanische Delegation untergebracht ist. Trumps Pressekonferenz sollte im Marriott-Hotel stattfinden, in dem er wohnt.

Trump und Kim hatten zuvor ihre Hoffnung geäußert, dass sie zu einer Einigung kommen würden. Trumps Ziel ist die atomare Abrüstung Nordkoreas. Kim wollte Zugständnisse der USA, etwa eine Lockerung der Sanktionen. Trump hatte Nordkorea beim Gipfel nicht mehr zu einer schnellen Abrüstung seiner Atomwaffen gedrängt. Er sagte während des Treffens, es gebe "keine Eile", solange Nordkorea auf Atomwaffen- und Raketentests verzichte.

Südkorea bezeichnete unterdessen den Ausgang des Gipfels als "bedauerlich" . Ein Sprecher von Präsident Moon Jae In erklärte am Donnerstag in Seoul, es sei "bedauerlich", dass Trump und Kim keine "vollständige Einigung" erzielt hätten. Er verwies zugleich aber auf Fortschritte im Konflikt mit Nordkorea. Zu keinem anderen Zeitpunkt in der Vergangenheit seien "bedeutendere Fortschritte" erzielt worden, erklärte der Sprecher.

luk/ dpa, dpa-afx

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