Montag, 16. Juli 2018

Offenbar Zusage von König Salman Saudis erhöhen Ölproduktion laut Trump um bis zu 20 Prozent

Sucht die Nähe des Westens: Saudi Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman zu Besuch bei US-Präsident Donald Trump zuletzt im März dieses Jahres

Donald Trump hält den gegenwärtigen Ölpreis für viel zu hoch. Von Saudi Arabiens Kronprinz Salman habe er die Zusage einer deutlichen Produktionssteigerung bekommen, schreibt der US-Präsident. Das soll den Ölpreis empfindlich drücken.

Saudi-Arabien wird nach Angaben von US-Präsident Donald Trump seine Ölproduktion hochfahren, um die steigenden Rohölpreise auf den Weltmärkten abzufedern. Er habe in einem Gespräch mit König Salman darum gebeten, schrieb Trump auf Twitter. Salman habe eingewilligt.

Trump sprach von einer Erhöhung der saudischen Produktion um bis zu zwei Millionen Barrel pro Tag. Das entspräche rund 20 Prozent. Saudi-Arabien produziert nach OPEC-Angaben derzeit rund zehn Millionen Barrel Erdöl pro Tag.

In einer später veröffentlichten schriftlichen Stellungnahme des Weißen Hauses ist die Lesart jedoch differenzierter. Salman habe zugesichert, falls und wann immer nötig "mit Umsicht" auf die ständig vorhandene saudische Reservekapazität von zwei Millionen Barrel zurückgreifen zu wollen, um die Stabilität auf den Ölmärkten zu gewährleisten.

Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Sorte Brent war am Samstag auf rund 80 US-Dollar geklettert. Vor einem Jahr hatte er noch bei um die 50 Dollar gelegen.

Donald Trump: "Ölpreis ist zu hoch"

Das Angebot leide derzeit unter den politischen Einflüssen in den großen Produzentenländern Venezuela und Iran, betonte Trump. "Der Preis ist zu hoch", schrieb er. Das Hochfahren der saudischen Produktion solle als Ausgleich für Ausfälle in den anderen Ländern dienen.

Den Verkauf iranischen Öls haben die USA mit ihrem Austritt aus dem Atomabkommen und der Wiederaufnahme bestimmter Wirtschaftssanktionen gegen das islamisch regierte Land selbst eingedämmt. Sie fordern von allen anderen Ländern, bis spätestens 4. November die Ölimporte aus dem Iran auf Null zu reduzieren.

Die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA meldete zunächst nur, Salman und Trump hätten am Telefon darüber gesprochen, den Ölmarkt stabil zu halten. Es sei um die Bemühungen der Erdöl produzierenden Länder gegangen, einen potenziellen Engpass bei den Lieferungen auszugleichen.

rei/dpa

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