Samstag, 23. Juni 2018

Trump legt nach "Mercedes mit Zöllen belegen, BMW mit Zöllen belegen"

Kämpferisch: US-Präsident Donald Trump im Wahlkampfmodus

US-Präsident Donald Trump hat den Europäern erneut mit höheren Zöllen auf Autoimporte gedroht - und diesmal nicht nur im Fall von Vergeltungsmaßnahmen für die von ihm verhängten Strafzölle auf Stahl und Aluminium.

"Die Europäische Union, wunderbare Länder, die die USA beim Handel sehr schlecht behandeln, beschwert sich über die Zölle auf Stahl und Aluminium", schrieb Trump auf Twitter. "Wenn sie ihre schrecklichen Barrieren und Zölle auf eingeführte US-Produkte fallenlassen, werden wir umgekehrt unsere aufgeben. Großes Defizit. Wenn nicht, erheben wir Zölle auf Autos etc. FAIR!"

Auf einer Kundgebung vor Anhängern am Samstagabend (Ortszeit) in Pennsylvania legte Trump noch nach. Autos seien wirklich das große Problem, sagte der Republikaner mit Blick auf die EU und drohte: "Wir werden Mercedes-Benz mit Zöllen belegen, wir werden BMW mit Zöllen belegen."

Derzeit entfallen auf jedes Auto aus US-Produktion, das in Europa fahren soll, 10 Prozent Zoll. In die Gegenrichtung sind es nur 2,5 Prozent.


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Trump äußerte sich nach einem Treffen zwischen EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström und dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer am Samstag in Brüssel. Die EU dringt darauf, dass sie - wie Kanada und Mexiko - von den Strafzöllen auf Stahl (25 Prozent) und Aluminium (10 Prozent) ausgenommen wird, die Trump in der vergangenen Woche verkündet hat.

Die Europäer betonen, dass die EU ebenfalls ein enger Verbündeter der EU sei und keine Gefahr für die Sicherheit darstelle, mit der Trump die Zölle offiziell begründet hat. Eine Lösung wurde bei dem Treffen indes nicht gefunden, wie Malmström mitteilte. Demnach soll die Diskussion in dieser Woche fortgesetzt werden.

Trump hatte am Donnerstag Schutzzölle auf Stahl- und Aluminium-Importe verhängt und damit international Sorgen vor einem Handelskrieg geschürt. Die EU fordert von den Zöllen ausgenommen zu werden und droht mit Gegenmaßnahmen. Die EU-Kommission prüft nun Importabgaben auf US-Waren wie Whiskey und Erdnussbutter. Auch China und andere Länder drohten mit Gegenmaßnahmen.

cr/dpa/rtr

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