Freitag, 1. Juli 2016

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Milliardenkredite Deutsche Bank wichtiger Finanzier von Donald Trump

Donald Trump setzt auf die Deutsche Bank

Donald Trump und die Deutsche Bank haben eine engere Geschäftsbeziehung als bisher bekannt. Das geht aus einer Datenanalyse des "Wall Street Journal" hervor. Die Deutsche Bank wollte den Bericht bislang nicht kommentieren.

Die Deutsche Bank ist einer der größten Finanziers von Donald Trump. Seit 1998 habe Deutschlands größtes Geldhaus die Firmen des US-Präsidentschaftsbewerbers mit gut 2,5 Milliarden Dollar unterstützt, wie das "Wall Street Journal" ("WSJ", Paywall) berichtet.

Die Bank habe die Vergabe entsprechender Kreditlinien entweder geleitet oder sich zumindest daran beteiligt, schreibt die US-Wirtschaftszeitung. Hinzu kämen Kreditzusagen in Höhe von einer Milliarde Dollar. Der Bericht stützt sich auf öffentlich einsehbare Finanzdaten und auf die Aussagen von Insidern. Die langjährige Verbindung könnte das angeschlagene Geldhaus zu Trumps vielleicht wichtigstem Finanzier machen, heißt es in dem Bericht weiter.

Ins Geschäft kamen die Deutschen und der US-Milliardär dem Bericht zufolge in den Neunzigerjahren, zu einer Zeit, in der das Institut in Amerika expandierte. 1998 habe die Deutsche Bank Trump 125 Millionen Dollar für die Renovierung eines Bürokomplexes in der New Yorker Wall Street geliehen. Auch an dem Bau des 92-stöckigen Trump-Turms in Chicago seien die Deutschen beteiligt gewesen, berichtet das "WSJ".

Die Finanzkrise als Naturkatastrophe

2008, nach dem Ausbruch der Finanzkrise, gab es Ärger zwischen den Geschäftspartnern. Trump konnte einen Teil seines Chicago-Kredits nicht zurückzahlen. Die Finanzkrise sei ein unvorhersehbares Ereignis, ähnlich wie ein Krieg oder eine Naturkatastrophe, argumentierten seine Anwälte. Die Rückzahlung des Kredits müsse warten, bis die Rahmenbedingungen sich wieder verbessert hätten.

Gleichzeitig verklagten Trumps Anwälte die Deutsche Bank auf drei Milliarden Dollar Schadensersatz. Immerhin sei die Deutsche Bank eines jener Geldhäuser, die die Finanzkrise mit ausgelöst hätten, hieß es zur Begründung. Trump verlor letztlich vor Gericht. Erst 2012 sei der Kredit zurückgezahlt worden, schreibt das "Wall Street Journal".Danach sei Trump in einigen Abteilungen der Deutschen Bank eine Persona non grata gewesen, heißt es in dem Bericht. Andere Abteilungen hätten dem US-Milliardär aber weiterhin Geld geliehen. In den vergangenen Jahren seien noch einmal Hunderte Millionen Dollar an Trump geflossen.

Andere Banken sind da deutlich vorsichtiger. Die Wall-Street-Größen Citigroup, JP Morgan und Morgan Stanley hätten ihre Geschäftsbeziehungen mit Trump inzwischen komplett beendet, berichtet das "Wall Street Journal". Bei der US-Bank Goldman Sachs hüte sich jeder, der ernst genommen werden wolle, Geschäfte vorzuschlagen, die irgendetwas mit Trump zu tun hätten

ssu / Spiegel Online

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