Samstag, 23. September 2017

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Hedgefonds-Heimat Connecticut mit Schuldenproblem Warum der reichste US-Staat vor einer Finanzkrise steht

Golfturnier in Connecticut

Von außen gesehen, ist Connecticut wie geschaffen, um neidische und missgünstige Blicke anzuziehen. Der neuenglische Staat vor den Toren New Yorks ist die Nummer eins beim Pro-Kopf-Einkommen (71.033 Dollar).

An der Yale University in New Haven wird Amerikas Elite ausgebildet. In Greenwich residieren die meisten Hedgefonds-Milliardäre und andere Wall-Street-Granden. Und für Konservative, die Reichtum bewundern, bleibt auch ein Grund, Connecticut zu verabscheuen: weil der Staat durchweg Demokraten wählt, die dann auch noch die Steuern erhöhen.

"Connecticuts Experiment mit progressiven Steuern ist vor die Wand gefahren", höhnt das "Wall Street Journal". Denn weil Firmen und Bürger abwandern, sei die Regierung jetzt so verzweifelt, Bleibeprämien auszuloben. Das Beispiel kommt gelegen, weil Kansas als konservativer Staat gerade mit dem gegenteiligen Experiment gescheitert ist, die Einkommensteuer abzuschaffen.

Tatsächlich bieten die Staatsfinanzen in Connecticut ein ganz anderes Bild als die weißen Villen zwischen Goldküste und Country Clubs, wie "The Atlantic" schreibt: Im laufenden Haushaltsjahr (für das noch kein Haushalt vom Staatsparlament beschlossen werden konnte) wird mit einem Defizit von 2,3 Milliarden Dollar oder 12 Prozent der Einnahmen gerechnet. Die Pensionen für Staatsdiener sind kaum gedeckt. Und die Hauptstadt Hartford stehe gar vor der Kommunalpleite.

Dem "Atlantic" zufolge liegt die Ursache jedoch außerhalb der Kontrolle der Staatspolitiker. Zum Teil leide Connecticut ausgerechnet unter der hohen Konzentration der Reichen. Ein Großteil der Einkommensteuereinnahmen sei von den Erträgen der Hedgefonds abhängig - und die liefen in den vergangenen Jahren nicht mehr so gut wie zuvor.

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