Sonntag, 24. Juni 2018

Überschuss insgesamt sinkt, aber ... Handelsüberschuss Chinas mit USA wächst weiter

Zwei Frauen sitzen in Peking auf einer Bank, die mit der US Flagge dekoriert ist, vor einem Laden für Bekleidung aus den USA. Jüngste Daten aus China könnten den Handelskonflikt weiter anheizen

Das ist Wasser auf die Mühlen von US-Präsident Donald Trump: Zwar ist in China der Überschuss in der Handelsbilanz dank starker Importe im Mai gesunken. Im Handel mit den USA allerdings ist der Überschuss erneut gestiegen. Ist Trumps Entscheidung also richtig, mit Zöllen das Handelsdefizit zu senken? Stimmen Sie ab.

Wie aus Zahlen der chinesischen Zollverwaltung vom Freitag hervorgeht, überstiegen im Mai Chinas Exporte in die USA die US-Einfuhren nach China um 24,6 Milliarden US-Dollar (20,8 Milliarden Euro). Der Überschuss fiel damit 2,4 Milliarden Dollar größer aus als im Vormonat und stieg auch im Vergleich zum Mai des Vorjahres an.

Seit Jahresbeginn ist das Ungleichgewicht im Handel weiter gewachsen: Das US-Handelsdefizit mit China vergrößerte sich zwischen Januar und Mai auf 105 Milliarden Dollar, rund 11,6 Milliarden Dollar mehr als in den ersten fünf Monaten des Vorjahres.

US-Präsident Donald Trump kritisiert seit langem das Handelsdefizit der USA mit China und will es deutlich reduzieren. Allein im vergangenen Jahr exportierte die Volksrepublik für 375 Milliarden Dollar (303,3 Milliarden Euro) mehr Waren in die USA als es von dort einführte. Zudem will Trump Pekings staatliche Unterstützung für eigene Technologie-Firmen und den angeblichen Diebstahl geistigen Eigentums einen Riegel vorschieben.

Trump China-Waren im Wert von 50 Milliarden mit Zöllen belasten

Trotz einer vorherigen Annäherung in Verhandlungen mit Peking kündigte Trump an, am 15. Juni eine Liste mit Waren aus China im Umfang von 50 Milliarden Dollar vorlegen zu wollen, die mit Strafzöllen belegt werden sollen. China warnte, dass ein etwaiges Handelsabkommen, über das die beiden Regierungen derzeit verhandeln, "nicht in Kraft tritt", wenn Washington die angedrohten Zölle auf chinesische Importe erlasse. Man habe "keine Angst davor, einen Handelskrieg zu führen".

Im Handel mit allen Partnern lag im Monat Mai der Überschuss bei 24,9 Milliarden US-Dollar (21,1 Milliarden Euro) und fiel damit kleiner aus als noch im Vormonat April (28,4 Milliarden Dollar).

An den Finanzmärkten werden die Handelsdaten der Pekinger Zollverwaltung stark beachtet. Sie gelten als ein verlässlicher Hinweisgeber für die konjunkturelle Entwicklung in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt.

rei/dpa

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