Sonntag, 28. Mai 2017

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Bundesbank ist aktivste Notenpresse in Europa Warum jeder zweite Euro-Schein deutsch ist

Deutschland dreht die Notenpresse

Mario Draghi hat es wieder getan. Zum "Bedauern" von konservativen deutschen Ökonomen wie dem Münchener Ifo-Chef Clemens Fuest setzt die Europäische Zentralbank ihre Anleihekäufe laut Beschluss vom Donnerstag unvermindert fort und erhöht so die Geldmenge (oder jedenfalls die Geldbasis). "Draghi wirft die Notenpresse an", heißt die Medienphrase dazu.

Doch wer wirft tatsächlich die Notenpresse an? Es ist die vom EZB-internen Kritiker Jens Weidmann geführte Deutsche Bundesbank, wie die Grafik von Statista zeigt.

Denn die EZB selbst lässt überhaupt keine Geldscheine drucken, das übernehmen die nationalen Notenbanken der 19 Euro-Staaten. Von den Banknoten im Wert von gut 1,1 Billionen Euro, die laut EZB-Statistik derzeit umlaufen, gehen 590 Milliarden (53 Prozent) auf das Konto der Bundesbank (der Übersichtlichkeit halber haben wir neun kleine Notenbanken mit Werten zwischen 190 Millionen - Lettland - und 14,5 Milliarden - Finnland - aus der Grafik ausgeklammert).

Diese Rechnung hat "Bloomberg"-Reporter Lorcan Roche Kelly aufgemacht - und augenzwinkernd als Beleg verwendet, wie sehr die Deutschen den Euro lieben. Oder wenigstens dessen gedruckte Form.

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