Dienstag, 24. Oktober 2017

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Reaktion auf Trumps Drohung Nordkorea präsentiert Plan für Guam-Angriff

Kim Jong Un (r.) in Pjöngjang (Archiv)
KCNA/REUTERS
Kim Jong Un (r.) in Pjöngjang (Archiv)

Dem US-Präsidenten sei nur mit "absoluter Stärke" beizukommen, meint das Militär in Nordkorea - und provoziert erneut: Es stellt einen detaillierten Plan vor, wie ein Angriff auf die US-Pazifikinsel Guam aussehen könnte.

Nordkoreas Militärführung hat demonstrativ unbeeindruckt auf jüngste Drohungen von US-Präsident Donald Trump reagiert und ihn für seine martialischen Äußerungen verspottet. "Sachlicher Dialog ist mit so einem Typen bar jeder Vernunft nicht möglich", hieß es in einer Stellungnahme der Streitkräfte, aus der die nordkoreanische Staatsagentur KCNA zitierte. "Nur mit absoluter Stärke ist ihm beizukommen."

Ein Plan, wie diese "Stärke" aussehen könnte, will das Militär eigenen Angaben zufolge bereits in wenigen Tagen fertiggestellt haben. Demnach sollen vier Mittelstreckenraketen vom Typ Hwasong-12 über Japan fliegen, unter anderem über die Präfekturen Shimane und Hiroshima. Insgesamt sollten die Raketen 3356,7 Kilometer in 1065 Sekunden zurücklegen, heißt es laut CNN in der Mitteilung. 30 bis 40 Kilometer vor Guam sollen sie dann ins Meer stürzen.

Im Video: Nordkorea konkretisiert Angriffspläne

Die Vorbereitungen für diesen Angriff sollten bis Mitte August abgeschlossen werden, den Einsatzbefehl habe dann Staatschef Kim Jong Un zu geben, sagte General Kim Rak Gyom laut der Mitteilung. Trump erkenne offensichtlich nicht den Ernst der Lage. Dem nordkoreanischen Militär gehe das "ziemlich auf die Nerven".

Zuvor hatte Trump Nordkorea offen wie noch kein US-Präsident militärisch gedroht: "Nordkorea sollte besser keine weiteren Drohungen gegen die USA machen. Ihnen wird mit Feuer und Wut begegnet werden, wie es die Welt niemals zuvor gesehen hat." Nordkorea reagierte darauf mit der Drohung, mehrere Raketen auf die strategisch wichtige US-Pazifikinsel Guam abzufeuern (mehr zur militärischer Bedeutung lesen Sie hier).

Mattis droht mit "Vernichtung" Nordkoreas

Nach Informationen der "New York Times" hatte Trump seine weltweit beachteten "Feuer und Wut"-Äußerungen nicht vorher mit seinem Stab abgesprochen. Der Präsident habe spontan auf eine Reporterfrage reagiert, berichtet die Zeitung. Sie stützt sich dabei auf Aussagen von Beratern Trumps. Der Präsident habe demnach vor allem ein "starkes Signal" senden wollen.

US-Außenminister Rex Tillerson hatte sich danach mäßigend geäußert. Bei einem Stopp auf Guam sagte Tillerson, er glaube nicht, dass es eine unmittelbare Bedrohung gebe, die Amerikaner könnten ruhig schlafen. Trump habe nur die nordkoreanische Rhetorik in gleicher Sprache beantworten wollen.

Anders klang das allerdings bei Verteidigungsminister James Mattis: "Die Demokratische Volksrepublik sollte jeden Gedanken an Handlungen aufgeben, die zum Ende ihres Regimes und zur Vernichtung ihres Volkes führen würden." Das US-Außenministerium versuche alles, um die von Nordkorea ausgehende Bedrohung mit diplomatischen Mitteln aufzulösen. Mattis verwies aber auch auf die Erfahrung und die überlegene Schlagkraft der US-Streitkräfte. Einen Rüstungswettlauf könne Nordkorea nur verlieren.

Trump twittert zu US-Atomarsenal

Zur atomaren Bewaffnung der USA hatte Trump am Mittwoch getwittert: "Mein erster Befehl als Präsident war, das nukleare Arsenal zu erneuern und zu modernisieren. Jetzt ist es weit stärker und kraftvoller als jemals zuvor."

Die "Washington Post" und zahlreiche Militärexperten in den USA wiesen allerdings darauf hin, dass diese Aussage unwahr ist. Beim "ersten Befehl" habe sich vielmehr um eine unbestimmte und übliche Absichtserklärung zu Beginn der Präsidentschaft Trumps gehandelt. Eine Modernisierung des Arsenals binnen sechs Monaten sei schlicht unmöglich.

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